H.C. Strache: „Das ist kein Skandal – das ist ein System“
Der Fall Epstein weitet sich aus: Millionen Akten, verschwundene Zeugen, offene Fragen zu Netzwerken aus Politik, Wirtschaft und Medien. Die Debatte reicht längst über einen Einzeltäter hinaus.
In exxpress live wurde am 18. Februar auch über die brisanten Entwicklungen rund um die sogenannten „Epstein-Files“ diskutiert. Mit dabei: Heinz-Christian Strache, Politologe Ralf Schöllhammer und Publizist Werner Reichel. Im Zentrum stand nicht nur die Frage nach individueller Schuld – sondern nach möglichen systemischen Verflechtungen.
Millionen Akten – und trotzdem keine Klarheit
Zwar wurden inzwischen hunderttausende Dokumente veröffentlicht, doch laut Diskussionsteilnehmern bleiben Millionen Aktenteile unter Verschluss. Strache spricht von einem „Tsunami an offenen Fragen“. Warum dauere die vollständige Aufklärung so lange? Wer werde geschützt?
Im Raum stehen schwerste Vorwürfe: systematischer sexueller Missbrauch, mögliche Erpressungsstrukturen, Verbindungen zu globalen Eliten. Fotos und Kontakte allein seien noch kein Beweis für strafbares Verhalten – doch die Nähe zahlreicher prominenter Persönlichkeiten werfe Fragen auf.
Schöllhammer verweist auf die politischen Dimensionen: Der Fall betreffe Republikaner wie Demokraten, Wirtschaftsmagnaten ebenso wie Intellektuelle. Gerade diese parteiübergreifende Verstrickung mache die Causa so explosiv. „Es wollte offenbar lange niemand wirklich hineinschauen“, lautet seine nüchterne Einschätzung.
„Wenn das stimmt, ist das ein moralischer Abgrund“
Besonders brisant ist für die Runde die Frage nach dem Umgang mit den Opfern. Warum fühlten sich Betroffene nicht gehört? Warum gebe es bislang kaum strafrechtliche Konsequenzen für mögliche Mittäter?
Strache fordert lückenlose Aufklärung – unabhängig von Parteizugehörigkeit oder gesellschaftlichem Status. Wer sich schuldig gemacht habe, müsse zur Verantwortung gezogen werden. Reichel ergänzt: Sollte sich bestätigen, dass hochrangige Eliten in kriminelle Netzwerke verwickelt waren, dann gehe es um mehr als einzelne Täter. Dann stünde das Vertrauen in politische und gesellschaftliche Strukturen insgesamt auf dem Spiel.
Schöllhammer warnt zugleich vor vorschnellen Spekulationen. Zwischen berechtigter Aufklärung und haltlosen Verschwörungserzählungen verlaufe eine schmale Linie. Doch die Vielzahl offener Fragen sei real – ebenso wie die irritierenden Umstände rund um Epsteins Tod.
Was bleibt, ist ein Gefühl wachsender Skepsis gegenüber „den Eliten“. Und die Erkenntnis: Je länger Transparenz ausbleibt, desto größer wird der Raum für Spekulationen.
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