Laut einem Bericht des Falter besteht der Verdacht, dass der Insasse von Justizwachebeamten misshandelt wurde. Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt ermittelt gegen zwölf Beamte wegen des Verdachts der Körperverletzung mit tödlichem Ausgang unter Ausnützung einer Amtsstellung. Ein schriftliches Obduktionsergebnis liegt bislang nicht vor.

Kritik kam von den Grünen. In einer parlamentarischen Anfrage wollen sie unter anderem klären, warum trotz bekannter psychischer Erkrankung kein medizinisches Personal beigezogen und keine sofortige Notfallversorgung eingeleitet wurde. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, handle es sich laut Justizsprecherin Alma Zadić um einen schweren “Justizskandal”.

Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) wies indes Vorwürfe einer Vertuschung zurück. Interne Untersuchungen seien umgehend eingeleitet und erste Personalmaßnahmen gesetzt worden. Dass die Öffentlichkeit erst Wochen nach dem Todesfall informiert wurde, begründete sie mit Rücksicht auf laufende Ermittlungen.

Häftling verlor im Transportbus das Bewusstsein

Der Verstorbene war zuvor in der Justizanstalt Stein auffällig geworden. Ein Arzt hatte dort eine akute Psychose festgestellt und eine sofortige Verlegung ins Anstaltsspital empfohlen. Stattdessen kam es Tage später zu einer Verlegung nach Hirtenberg. Dort wurde erneut eine akute Psychose diagnostiziert, ein Transport in eine psychiatrische Klinik war geplant.

Beim Abtransport kam es zu einer Auseinandersetzung, der Mann wurde schwer verletzt, verlor im Gefangenenbus das Bewusstsein und starb später im Krankenhaus. Der Anwalt der Familie fordert eine lückenlose Aufklärung, um zu klären, ob systematisches Versagen oder individuelles Fehlverhalten vorlag.