Einerseits offenbarte Fernandes am gestrigen Donnerstag in einem Post auf Instagram, dass ihre Schilderungen ausschließlich auf Informationen Dritter beruhen und sie keine gesicherten Informationen darüber hat, ob Ulmen tatsächlich sogenannte Deepfakes von ihr versendete – also KI-generierte pornografische Videos.

Andererseits entpuppt sich die Berichterstattung des Spiegel immer deutlicher als Teil einer linken Kampagne, mit der zahlreiche linke Aktivisten verknüpft sind. So treibt das Justizministerium, zeitlich passend zum Artikel im Spiegel, ein Gesetz für „digitalen Gewaltschutz“ voran, das Kritiker als Angriff auf die Meinungsfreiheit werten.

HateAid

Seit Jahren ist Fernandes im linksaktivistischen Milieu vernetzt. So arbeitet sie eng mit HateAid zusammen. Bereits 2023 ließ sie sich mit HateAid-Geschäftsführerin Anna-Lena von Hodenberg ablichten, gemeinsam sammelten sie Unterschriften, um das Justizministerium zu strengen Gesetzen gegen Deepfake-Apps zu drängen. Im vergangenen Jahr drehte Fernandes zusammen mit der Organisation eine Kurz-Dokumentation zu dem Thema.

Auch nach Veröffentlichung der Vorwürfe gegen Ulmen begleitete HateAid Fernandes mit einer bemerkenswert gut orchestrierten Kampagne. Nicht nur traten von Hodenberg und ihre Mit-Geschäftsführerin Josephine Ballon in zahlreichen Medien auf, auch in den sozialen Netzwerken postete die Organisation mehrere Beiträge mit Hashtags wie „Der Feind im eigenen Bett“. Von Hodenberg erklärte gegenüber RTL, dass sie schon seit einigen Monaten von den Vorwürfen gewusst habe.

HateAid lobbyiert seit Jahren für strengere Gesetze im Netz. So trafen sich Vertreterinnen der Organisation im Oktober mit Justizministerin Hubig, um über „digitale Gewalt und bildbasierte sexualisierte Gewalt“ zu sprechen. Im Februar schickte HateAid einen Vorschlag für ein Gesetz gegen sexualisierende Deepfakes an das Justizministerium, wie Apollo News berichtete. Die zentralen Forderungen übernimmt Hubig in ihrem Gesetzentwurf, wie ein Auszug daraus zeigt, den der Journalist Benjamin Stibi veröffentlichte. Allerdings geht der Entwurf von Hubig noch darüber hinaus und reguliert auch nicht-sexualisierte Deepfakes, was Beobachter als Angriff auf die freie Rede werten.

Auch im Umfeld von Hubig ist man auf der Seite von Fernandes und HateAid. Der Parlamentarische Staatssekretär im Justizministerium, Frank Schwabe (SPD), hatte sich im Dezember für HateAid ausgesprochen: „In Deutschland und der EU entscheiden deutsche und europäische Gesetze, wie wir mit digitalem Hass und digitaler Hetze umgehen. HateAid ist dabei eine wertvolle Hilfe. Wenn es HateAid nicht gäbe, müsste es genau jetzt gegründet werden.“

Nachdem Fernandes die Vorwürfe gegen Ulmen veröffentlicht hatte, solidarisierte sich Schwabe auf Instagram mit ihr: „Nein, es sind ‚nicht alle Männer‘. Aber das, was Collien Fernandes widerfahren ist, was ihr angetan wurde, tun eigentlich (fast) nur Männer gegenüber Frauen.“

Correctiv

Auch zum Medienhaus Correctiv bestehen Beziehungen. So hatte Fernandes mit der Journalistin Marie Broeckling für das ZDF eine zweiteilige Dokumentation über pornografische Deepfakes gedreht. Später, von Januar bis August 2025, arbeitete Broeckling für Correctiv und war dort für die Berichterstattung über ein mögliches AfD-Verbot zuständig.

In der Dokumentation gehen die beiden auf die Suche nach den Porno-Deepfakes, die Fernandes zeigen sollen. Allerdings finden sie im Verlauf der langen Recherche keine solchen Videos. Dennoch resümiert Fernandes am Ende des zweiten Teils: „Es werden Sex-Videos verschickt.“ Dass hierfür bis zum Ende der Dokumentation keine Belege vorgelegt werden, verdeutlicht die aktivistische Intention.

Zero Covid

Collien Fernandes hat sich laut Spiegel von der Anwältin Christina Clemm beraten lassen. Clemm schreibt auf ihrer Website über sich: „Ich fühle mich dem intersektionalen Feminismus und Antifaschismus verbunden und bin auch außerhalb der Gerichtssäle in verschiedenen Zusammenhängen politisch aktiv.“

Clemm initiierte unter anderem die Kampagne „Zero Covid“, die sich 2021 für besonders harte Corona-Restriktionen aussprach. Unter anderem forderte das Bündnis einen kompletten Lockdown, bis die Inzidenz auf null gesunken sei. Die Petition strotzte nur so vor linkem Vokabular: „Das Profitstreben im Gesundheits- und Pflegebereich gefährdet die kollektive Gesundheit“, hieß es dort etwa, oder auch: „Die Gesellschaften in Europa haben enormen Reichtum angehäuft, den sich allerdings einige wenige Vermögende angeeignet haben.“

Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.