In der heutigen exxpress live Sondersendung blickten Herausgeberin Eva Schütz, Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier und exxpress-Redakteur Stefan Beig auf ein politisches Jahr zurück, das viele verunsichert hat. Im Zentrum der Diskussion: massive Aufrüstung in der EU, wachsende Kriegsangst, wirtschaftlicher Niedergang, digitale Kontrolle – und die Frage, warum sich immer mehr Menschen von Brüssel entfremdet fühlen.

Kriegsangst statt Teuerung: Ein Stimmungsumschwung

Gleich zu Beginn wird deutlich: Die größte Sorge der Menschen hat sich verschoben.
Während lange Zeit die Teuerung dominierte, steht nun die Angst vor einem Krieg an erster Stelle – quer durch alle Altersgruppen. Besonders auffällig: Auch bei den Babyboomern schnellen die Sorgenwerte massiv nach oben.

Diskutiert wird, warum der Ukraine-Krieg psychologisch näher ist, als viele glauben – und wie Medien, politische Rhetorik und permanente Eskalationsszenarien diese Angst weiter anheizen.

Milliarden fließen in Rüstung, während klassische Industrien schwächeln. In der Runde wird offen gefragt, ob Europa gerade versucht, seine Wirtschaftskrise durch Kriegswirtschaft zu überdecken. Heinzlmaier warnt davor, Aufrüstung als Konjunkturmotor zu verklären: Historisch habe diese Strategie selten Wohlstand gebracht, dafür aber oft neue Konflikte erzeugt. Waffen seien kein nachhaltiges Investment – sie müssten irgendwann eingesetzt werden, um sich zu „rechnen“.

Digitale ID und digitaler Euro: Kontrolle statt Freiheit?

Ein weiterer Schwerpunkt: digitale Kontrolle.
Digitale Identität, digitaler Euro, zentrale Datensysteme – alles werde als Vereinfachung verkauft, könne aber auch zum Instrument der Überwachung werden.

Die Runde zeigt auf, warum viele Bürger skeptisch sind: Während vom Staat immer mehr Vertrauen eingefordert wird, wächst gleichzeitig der Zugriff auf persönliche Daten. Der Verdacht: Der Ausnahmezustand wird zur neuen Normalität.