Heinzlmaier kritisiert: „Der Staat schützt nicht mehr die Anständigen“
Österreich steckt zwischen schwacher Wirtschaft, steigenden Energiepreisen und wachsender Gewalt. Während die Politik beschwichtigt, verlieren immer mehr Menschen das Vertrauen in Staat, Justiz und Sicherheit.
In exxpress live wurde am Freitag intensiv über die Wirtschaftskrise, Energiepolitik und zunehmende Gewalt diskutiert. Mit dabei: Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier, Publizist Werner Reichel und Politik-Experte H.C. Strache.
„Aufschwung? Eher ein Alarmsignal“
Was offiziell als Hoffnung verkauft wird, zerlegen die Diskutanten schon zu Beginn: Die OECD-Prognosen seien „wertlos“ und „Kaffeesudlesen“, so der Tenor. Ein Wachstum von 1,1 Prozent sei kein Aufschwung, sondern ein Zeichen struktureller Schwäche.
Werner Reichel zeichnet ein düsteres Bild: Pleitewelle, Deindustrialisierung, Fachkräftemangel – „die Grundlagen für einen Aufschwung sind überhaupt nicht mehr gegeben“. Gleichzeitig verliere Österreich im internationalen Vergleich dramatisch an Boden.
Auch Heinzlmaier widerspricht jeder Euphorie: Wenn Wachstum unter der Inflation liegt, „sind wir eher in der Schrumpfwirtschaft“. Besonders brisant: Die Folgen des Iran-Kriegs seien noch gar nicht eingepreist – steigende Energiepreise könnten die Lage weiter verschärfen.
Die Kritik richtet sich dabei nicht nur gegen Zahlen, sondern gegen die Politik selbst: Symbolmaßnahmen wie minimale Spritpreis-Senkungen oder kleine Entlastungen seien „wertlos“ und würden die Realität der Menschen verfehlen.
„Der Staat schützt nicht mehr – das Vertrauen bricht“
Noch schärfer wird der Ton beim Thema Sicherheit und Justiz. Auslöser: eine Serie brutaler Gewalttaten durch Jugendliche – mit Urteilen, die viele als zu milde empfinden.
Die zentrale Kritik: Gewalt bleibe ohne echte Konsequenzen. Täter kämen frei, während das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung sinke. „Der Eindruck bleibt: extreme Gewalt hat keine Folgen“, lautet die zugespitzte Diagnose.
Reichel spricht von einem massiven Vertrauensverlust: Wenn Menschen das Gefühl verlieren, dass Justiz schützt, drohe eine gefährliche Entwicklung. Heinzlmaier ergänzt: Die Politik reagiere mit „weltfremden Konzepten“ statt mit klaren Maßnahmen.
Besonders kontrovers: der Umgang mit jugendlichen Tätern. Während offizielle Stellen auf Betreuung und Integration setzen, fordern die Diskutanten deutlich härtere Konsequenzen – bis hin zu geschlossenen Einrichtungen und konsequenter Abschiebung.
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