In exxpress live wurde am Montag intensiv über das politische Erdbeben in St. Pölten diskutiert. Mit dabei: Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier und FPÖ-Wien-Politiker Wolfgang Kieslich. Im Zentrum standen der Absturz der SPÖ und der massive Zugewinn der Freiheitlichen.

Wähler haben genug

St. Pölten galt über Jahrzehnte als uneinnehmbar. Dass die SPÖ dort erstmals seit den 1960ern ihre absolute Mehrheit verliert, ist für Heinzlmaier kein normales Wahlergebnis, sondern ein politischer Warnschuss. Der amtierende Bürgermeister habe solide gearbeitet – „aber ihm hing die Bundespartei wie ein Mühlstein um den Hals“.

Der Name, der immer wieder fällt: Andreas Babler. Für Heinzlmaier ist klar, dass der SPÖ-Chef zum zentralen Belastungsfaktor geworden ist. Wer in Niederösterreich erfolgreich sein wolle, müsse sich „so weit wie möglich von der Bundes-SPÖ distanzieren“. Das Minus von 13,5 Prozentpunkten sei kein lokales Phänomen, sondern Ausdruck einer tiefen Vertrauenskrise.

Kieslich stimmt zu – aus freiheitlicher Perspektive. Die Wähler hätten genug von politischer Monokultur, Stagnation und ideologischen Debatten. „Sicherheit, Teuerung, Migration – das sind die Themen, die zählen. Und die wurden von anderen schlicht ignoriert.“

Kein Zufall sonder Konsequenz

Fast 20 Prozent für die FPÖ in St. Pölten – eine Verdoppelung. Für Kieslich ist das kein Zufall, sondern Konsequenz. Die Freiheitlichen hätten konsequent jene Themen aufgegriffen, die den Menschen „auf der Seele brennen“. Die Regierungsparteien hingegen würden dafür die Rechnung präsentiert bekommen – unabhängig davon, ob es sich um Bundes- oder Landeswahlen handelt.

Heinzlmair geht noch weiter: St. Pölten sei nur der erste Dominostein. Die eigentlichen Probleme für SPÖ und ÖVP stünden erst bevor – wenn große Bundesländer wählen. Dann werde sich zeigen, ob die Parteizentralen weiterhin an ihren Spitzen festhalten können.

Sie haben die Sendung verpasst? Kein Problem – hier geht’s zur ganzen Sendung: