In ihrem Werk The Real Shakespeare vertritt die feministische Historikerin die These, dass die tatsächliche Autorin der weltberühmten Stücke Emilia Bassano gewesen sei. Bassano war eine Dichterin mit engen Verbindungen zum Hof der englischen Königin Elizabeth I. Coslet argumentiert, Bassano habe ihre Werke unter dem Pseudonym „Shakespeare“ veröffentlicht.

Mehrheit der Historiker ist sich einig

Der Mann aus Stratford-upon-Avon, den die Welt heute als William Shakespeare kennt, habe die Werke später für sich beansprucht. Laut Coslet sei diese Version der Geschichte über Jahrhunderte akzeptiert worden, weil die Vorstellung eines männlichen literarischen Genies besser ins damalige Weltbild gepasst habe als die einer Autorin mit multikulturellem Hintergrund.

Bassano soll laut Buch sowohl jüdische als auch nordafrikanische Wurzeln gehabt haben und aus einer Familie stammen, die Verbindungen zum kosmopolitischen Venedig des 16. Jahrhunderts hatte. Diese vielfältigen Einflüsse hätten ihr laut Coslet das Wissen und die kulturelle Perspektive gegeben, die in den Shakespeare-Stücken sichtbar seien.

Die Mehrheit der Historiker hält jedoch weiterhin an der klassischen Version fest: Shakespeare wurde 1564 in Stratford-upon-Avon geboren, arbeitete in London als Schauspieler und Autor – und starb 1616.