Horrorhaus in Amsterdam: Vorzeigeprojekt für Flüchtlinge wird zum Albtraum
In Amsterdam steht ein Horrorhaus, in dem seit Jahren Bewohner systematisch bedroht, beraubt, angegriffen, sexuell missbraucht und vergewaltigt werden. Aber kein Hahn kräht danach. Obwohl niederländische Medien, wenn auch nur sporadisch, durchaus berichteten, war das Thema mit Ausnahme der britischen Daily Mail allen großen Medien der Welt egal.
Das Wohnheim Stek Oost verfügt über 250 Studio-Apartments. Die Bewohner müssen zur Hälfte junge Niederländer und zur Hälfte Migranten sein.YouTube/Zembla
Von Markus Brandstetter
In Deutschland wurde darüber so gut wie gar nicht berichtet, am allerwenigsten vom antifaschistischen ÖRR, der doch sonst, geht es um Missbrauch und Vergewaltigung von Frauen, das Gras wachsen hört.
Jetzt ist Amsterdam allerdings nicht Caracas, Kapstadt oder Tijuana, wo jedes Jahr ein paar tausend Menschen ermordet und noch viel mehr überfallen, bestohlen und beraubt werden, sondern eine europäische Metropole, die es noch 2022 unter die zehn lebenswertesten Städte der Welt geschafft hat. Wie kann so etwas geschehen? Warum redet kein Mensch darüber? Warum ist ein solches Thema nicht ansatzweise in den Schlagzeilen?
Die Antwort ist sehr einfach: Weil die Täter Flüchtlinge und die Opfer Holländer sind. Die Opfer waren holländische Studenten und insbesondere Studentinnen, die typisch holländische Namen wie Jansen, Bakker, Visser und de Vries hatten und einfach nur studieren wollten. Die Täter aber sind Flüchtlinge aus Syrien und Nigeria. Das Besondere an der Geschichte ist: Täter und Opfer wohnen alle in einem Haus auf engstem Raum und begegnen sich täglich. Und kein Mensch tut etwas dagegen. Bis heute.
Guten Absichten, Ernüchternde Realität
Der Hintergrund für diese elende Geschichte ist ebenso banal wie typisch: Amsterdam ist die teuerste Studentenstadt Europas. Ein durchschnittliches Zimmer kostet 900 Euro im Monat, in besonders gefragten Vierteln wie Amsterdam-Oost oder De Pijp liegen die Preise deutlich über 1.000 Euro. Wer eine Ein-Zimmer-Wohnung sucht, muss im Stadtzentrum mit Mieten zwischen 1.500 und 2.300 Euro rechnen. Wohnraum ist in Amsterdam knapp, teuer und hart umkämpft.
Schuld an den hohen Mieten ist der Mietpreisdeckel der Stadt Amsterdam aus dem Jahr 2024. Der legt mit einem hochbürokratischen Punktesystem Preisobergrenzen für Mietwohnungen fest und zwingt Vermieter dazu, bis zu fünfzig Prozent unter Marktpreis zu vermieten. Die Folge: In den vergangenen zwei Jahren haben tausende Vermieter ihre Wohnungen verkauft oder schlicht vom Markt genommen. Die schon vorher große Wohnungsnot hat sich dadurch noch einmal massiv verschärft.
In Amsterdam leben 110.000 Studenten, die alle irgendwo wohnen müssen. In einer solchen Stadt mit so dermaßen hohen Mieten ziehen Studenten gerne in Studentenwohnheime, weil die Zimmer dort deutlich günstiger als auf dem freien Markt sind. Einer der größten Anbieter von günstigen Wohnungen ist die Amsterdamer Wohnbaugesellschaft Stadgenoot (wörtlich: Stadtgenosse), die 25.000 Sozialwohnungen und 5.000 Wohnungen für Alte, Behinderte, Obdachlose und Frauen besitzt. Obwohl kein Eigentum der Stadt, wird Stadgenoot faktisch von der Stadt Amsterdam kontrolliert: Die Zielgruppen bei den Mietern, die Mieten selbst, Zahl und Größe der Wohnungen und bei Neubauten Lage, Genehmigungen, Grundstücksvergabe, Bauplanung und Fördermittel – alles bestimmt der Stadtrat und sein Wohnungsdezernat über diktatorische Leistungsvereinbarungen (niederländisch: „Prestatieafspraken“).
Und so wurde auch 2018 das damals neueste Projekt von Stadgenoot komplett von der Stadt erdacht, geplant und kontrolliert: ein Wohnheim mit dem Namen Stek Oost (sechs Kilometer vom Zentrum, direkt neben der Universität), erbaut aus billigen vorgefertigten Systemmodulen, die schon nach Monaten schäbig, schmutzig und heruntergekommen wirkten. In drei quaderförmigen Schachteln gibt es 250 Studio-Apartments mit vorgefertigten Nasszellen, alle 18 Quadratmeter groß und alle gleich trostlos. Der einzige Unterschied zu vergleichbaren Projekten, von denen es in Holland viele gibt, war die erstaunliche Vorgabe, dass die Bewohner von Stek Oost zur Hälfte junge Holländer (18 bis 27 Jahre alt) und zur Hälfte Migranten sein mussten, und zwar der Typ Migrant, den die Holländer „Statushouders“ nennen, also Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus. Die Monatsmiete inklusive Nebenkosten beträgt 363 Euro, wofür die Mieter sich verpflichten, eine Stunde pro Woche für die Gemeinschaft zu arbeiten, ohne dass jemand genau wusste, was damit eigentlich gemeint ist.
Bei seiner Eröffnung 2018 wurde Stek Oost von der Stadt Amsterdam und der Wohnungsbaugesellschaft Stadgenoot als Vorzeigeprojekt moderner Wohn- und Integrationspolitik präsentiert. Das Projekt sollte zeigen, dass billiger Wohnungsbau, eine „gesunde“ Durchmischung von Migranten und Holländern und Gemeinschaftspflichten für alle das Konzept schlechthin für junge Mieter in Holland seien. Bei der Eröffnung wurden dann all die Bullshit-Reden geschwungen, die bei solchen Gelegenheiten immer zu hören sind, die System-Medien haben alles artig rapportiert, wie sie es immer tun, und die naivere Hälfte der Bevölkerung hat alles brav geglaubt, was sie ebenfalls immer tut.
Ein Schrecken in Modulbau
Bis alles in sich zusammengefallen ist, was ziemlich schnell ging: Die Probleme begannen nämlich sofort. Es fing mit Lärm und Bedrohungen an, bald gab es Schlägereien, Drogenhandel, offenen Drogenkonsum, Frauen wurden bedrängt, belästigt und genötigt. In den Gemeinschaftsräumen kam es zu Schlägereien, ein Holländer wurde mit einem armlangen Tranchiermesser aus der Küche bedroht, in manchen Jahren wurde bei der Polizei jeden Monat ein sexueller Übergriff oder eine Gewalttat angezeigt. Aber weder Behörden noch Polizei noch der Hauseigentümer unternahmen effektiv etwas dagegen.
Beschwerte sich jemand, wurde er (oder meist sie) von den migrantischen Mitbewohnern bedroht, vom politkorrekten Beirat („Woonbestuur“) aus Studenten und Flüchtlingen eingeschüchtert und von der Wohnbaugesellschaft Stadgenoot ignoriert. Die Übeltäter waren laut Beschwerden immer dieselben: entweder arabischsprachige Männer aus Syrien oder westafrikanische Gruppen aus Nigeria. Zaghaft ausgesprochene Hausverbote blieben wirkungslos, weil die Betroffenen immer wieder auftauchten und nie bestraft wurden. Wohnungskündigungen wurden auf Anweisung der Stadt ausdrücklich vermieden. Schon nach einem Jahr hatte die Hausverwaltung jede Kontrolle verloren.
Das war aber nur das unangenehme, wenn auch permanente Hintergrundrauschen. Parallel dazu kam es zu einer Serie von schweren Straftaten, die bis auf einen Fall alle nicht geahndet wurden. Der Haupttäter war laut der britischen Sun Mohammed R., ein syrischer Flüchtling, der 2019 eine Frau („Amanda“) in seinem Zimmer einsperrte und vergewaltigte und auch in den Jahren danach immer wieder sexuell übergriffig wurde. Trotz dieser Vorfälle waren die holländischen Behörden jahrelang nicht in der Lage, Mohammed R. zu belangen, geschweige denn aus dem Wohnheim zu entfernen. So als wäre nichts geschehen, lebte der Syrer jahrelang weiter unter den Holländerinnen im Heim. Begründet wurde dieses Unterlassen jeder Hilfe für die bedrängten Frauen von einer Vertreterin der Wohnbaugesellschaft mit der erstaunlichen Frage: Ja, wo hätte er denn sonst leben sollen? Mohammed R. verließ Stek Oost erst 2022 und wurde 2024 schließlich zu drei Jahren Haft verurteilt.
Vielfaltsapologeten zeigen sich schmallippig
Heute ist sogar der Stadt Amsterdam und der Wohnbaugesellschaft Stadgenoot klar, dass Stek Oost ein riesengroßer Fehler war. Das soziale Langzeitexperiment, Migranten auf engstem Raum mit Holländern leben zu lassen, in der Hoffnung, dass die Migranten sich dabei besser integrieren und beide Kulturen voneinander lernen, ist auf ganzer Breite gescheitert. Schuld daran waren aber nicht die 125 holländischen Studenten, die durch die Bank Idealismus und Aufgeschlossenheit mitbrachten, mit 125 Migranten unter einem Dach zu leben – schuld waren einige wenige – keineswegs alle – Migranten, die dieses ehrgeizige Projekt, das gewiss mit gutem Willen, wenn auch wenig Realismus gestartet worden war, in ein Desaster verwandelten. Eine ebenso große Schuld an der Existenz dieses House of Horrors tragen aber auch die Stadt Amsterdam, die Wohnbaugesellschaft und die verantwortlichen Behörden, die sich aus falscher Scham, Gesinnungspolitik und linkem Moralismus jahrelang über bestehendes Recht hinwegsetzten bzw. dieses nicht anwendeten und dabei den holländischen Mietern und insbesondere den holländischen Studentinnen ein jahrelanges Martyrium zumuteten.
2018 waren Stadt und Wohnbaugesellschaft bei der Eröffnung von Stek Oost kommunikativ extrem offensiv aufgetreten. Stek Oost sei ein Beispiel dafür, hieß es, wie Amsterdam Wohnungsnot und Integration gemeinsam angehen könne; das Projekt zeige, dass soziale Durchmischung im Alltag funktionieren könne, wenn sie gut organisiert werde. Junge Menschen und Migranten sollten gerade nicht getrennt, sondern bewusst zusammengeführt werden. Die Stadt sehe in solchen Projekten einen wichtigen Baustein ihrer Wohn- und Integrationspolitik.
Davon redet heute kein Mensch mehr. Stek Oost soll bis 2028 fortgeführt werden, weil die Stadt nicht weiß, wohin mit den Migranten – danach wird das Projekt geschlossen. Weitere „Gemengde Woonprojecten“ (gemischte Wohnprojekte) soll es in Amsterdam nicht mehr geben.
Dieser Beitrag ist ursprünglich auf unserem Partner-Portal NiUS erschienen.
Kommentare