Immer weniger Priester: Diözese setzt verstärkt auf Laien
Die katholische Kirche in Kärnten steht vor einer tiefgreifenden strukturellen Herausforderung. Während die Zahl der Pfarrer seit Jahren kontinuierlich sinkt, müssen weiterhin hunderte Pfarren betreut werden. Um den kirchlichen Alltag dennoch aufrechtzuerhalten, setzt die Diözese Gurk künftig stärker auf engagierte Laien, die zunehmend Verantwortung in den Gemeinden übernehmen sollen.
In Kärnten müssen derzeit 336 Pfarren betreut werden. Gleichzeitig stehen jedoch nur noch rund 220 Priester zur Verfügung. Hinzu kommt, dass ein erheblicher Teil dieser Geistlichen nicht aus Österreich stammt: Fast jeder zweite Priester in der Diözese kommt aus dem Ausland.
Während in der Vergangenheit häufig Geistliche aus anderen Ländern angeworben wurden, möchte die Diözese diesen Weg künftig nicht mehr weiterverfolgen. Stattdessen soll die Verantwortung innerhalb der Pfarrgemeinden stärker auf mehrere Schultern verteilt werden.
Neue Aufgaben für engagierte Gemeindemitglieder
Um die pastorale Arbeit weiterhin sicherzustellen, baut die Diözese die Beteiligung von Laien systematisch aus. Verschiedene neue Dienste und kirchliche Funktionen sollen es ermöglichen, dass auch Nicht-Priester zentrale Aufgaben im Gemeindeleben übernehmen.
Barbara Velik-Frank, bischöfliche Vikarin der Diözese Gurk, erläutert diesen Ansatz gegenüber dem ORF: „Wir haben auch sogenannte neue Ämter und Dienste eingeführt. Also es gibt den Dienst des Akolyten, das ist eher so dieser Altardienst. Da gibt es das Amt des Lektoren, das sind die, die darauf schauen, dass liturgisch oder in der Pfarre alles gut funktioniert. Dann haben wir das schon bewährte Modell der Pfarrgemeinderäte und der Pfarrgemeinderatsobleute.“
Rückgang der Priesterzahlen in ganz Österreich
Der Priestermangel ist kein rein regionales Problem. Auch österreichweit ist die Zahl der Geistlichen seit Jahrzehnten deutlich zurückgegangen.
Während im Jahr 1961 noch 6.238 Priester tätig waren, sank diese Zahl bis 2001 auf 4.478. Im Jahr 2015 wurden 3.944 Priester gezählt, und zuletzt waren es 2023 noch 3.320.
Parallel dazu stieg die Zahl der Gläubigen, die von einem einzelnen Priester betreut werden. Während 1961 im Durchschnitt 980 Katholiken auf einen Priester kamen, waren es im Jahr 2001 bereits 1.343 und zuletzt 1.397 Mitglieder pro Geistlichem.
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