Nach den Personalkosten zählen Treibstoffausgaben zu den größten Kostenfaktoren im Busgewerbe. Gerade deshalb wirken sich Schwankungen beim Dieselpreis – wie nun in Folge der Nahost-Eskalation – besonders stark auf die wirtschaftliche Stabilität der Unternehmen aus.

Nach Angaben von Gunter Mayrhofer, Sprecher der Busunternehmen in der Wirtschaftskammer Oberösterreich, ist der Dieselpreis innerhalb weniger Tage massiv gestiegen. Während ein Liter zuvor etwa 1,45 Euro kostete, müssen Unternehmen inzwischen teilweise bis zu 1,98 Euro bezahlen.

Verträge verhindern kurzfristige Preissteigerungen

Besonders problematisch stellt sich dar, dass Busunternehmen die gestiegenen Kosten häufig nicht weitergeben können. Viele Preise sind vertraglich festgelegt, insbesondere im öffentlichen Verkehr. Dazu zählen etwa Schülertransporte, Linienverbindungen oder andere öffentlich beauftragte Fahrleistungen. Hier gelten meist langfristige Vereinbarungen, die kurzfristige Anpassungen der Preise praktisch ausschließen.

Auch bei anderen Beförderungsleistungen gestaltet sich eine Preisanpassung schwierig. Änderungen bei Tarifen – etwa im Taxi- oder Reiseverkehr – erfordern oftmals formale Verfahren mit Antragstellung und behördlicher Genehmigung.

Auch Busunternehmen in Deutschland betroffen

Nicht nur in Österreich geraten Busunternehmen durch die steigenden Treibstoffpreise unter Druck. Auch in Deutschland berichten Branchenvertreter von erheblichen Belastungen.

Der Reiseunternehmer Thomas Fischer will nun reagieren. Angesichts der steigenden Dieselpreise kündigte Fischer an, künftig einen Sonderzuschlag auf geplante Fahrten erheben zu wollen. „Wir werden alle Kunden, die in naher Zukunft mit uns fahren wollen anschreiben und sie über einen Sonderzuschlag informieren“, erklärte der Unternehmer gegenüber dem WDR.

Nach Angaben des Unternehmers führen die gestiegenen Treibstoffpreise bereits jetzt zu erheblichen Mehrkosten. Für eine typische Busreise – etwa eine Klassenfahrt – rechnet Fischer aktuell mit zusätzlichen Kosten von rund 200 Euro allein durch den höheren Dieselpreis.