Wo früher Regale voller Lebensmittel standen, sollen künftig Gesundheit und Vorsorge im Mittelpunkt stehen. In einer ehemaligen Billa-Filiale im Linzer Franckviertel entsteht ein neues Ärztezentrum – mitten im Grätzel, mitten im Alltag der Menschen. Am 26. Jänner öffnet das Zentrum p2med am Lonstorferplatz 1 offiziell seine Türen.

Zwei Ärzte, eine gemeinsame Vision

Hinter dem Projekt stehen die beiden Allgemeinmediziner Filip Purgar und Paul Pürzl. Sie haben die rund 700 Quadratmeter große Fläche der früheren Supermarktfiliale in ein modernes Gesundheitszentrum verwandelt. Ihr Ansatz: klassische Allgemeinmedizin für alle Kassen – ergänzt um ein breites Angebot in den Bereichen Prävention, Leistungsdiagnostik und Sportmedizin.

Purgar bringt dabei Erfahrung aus dem Olympiazentrum ein, insbesondere im Bereich sportbezogener Diagnostik. Das Angebot richtet sich jedoch nicht nur an Leistungssportler, sondern an alle Patienten, die ihre Gesundheit langfristig im Blick behalten wollen.

Mehr als nur Hausarztmedizin

Wie die Krone Zeitung berichtete, versteht sich das neue Zentrum nicht als reine Ordination, sondern als Ort umfassender Betreuung. Neben der allgemeinmedizinischen Versorgung werden auch Physiotherapie, Massage und ein hauseigener Trainingsbereich angeboten. Damit soll eine enge Verzahnung von Diagnose, Therapie und aktiver Gesundheitsförderung möglich sein.

Auch kleinchirurgische Eingriffe können direkt vor Ort durchgeführt werden. Dazu zählen etwa Behandlungen bei Schnappfinger oder Karpaltunnelsyndrom. Für viele Patienten bedeutet das: kürzere Wege, weniger Überweisungen, schnellere Versorgung.

Prävention im Mittelpunkt

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vorsorge. Paul Pürzl arbeitet gemeinsam mit einem interdisziplinären Team an Präventionskonzepten, die individuell auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten abgestimmt sind. Medizinische Betreuung soll nicht erst dann einsetzen, wenn akute Beschwerden auftreten, sondern bereits davor.

Ergänzt wird dieses Konzept durch eine Kooperation mit pro mente Oberösterreich, die im Zentrum Beratungen anbietet. Damit werden auch psychische und psychosoziale Aspekte von Gesundheit berücksichtigt – ein Ansatz, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Gesundheitsversorgung im Grätzel

Dass ein Gesundheitszentrum in einer ehemaligen Nahversorger-Filiale entsteht, ist auch ein starkes Signal für die Stadtentwicklung. Nachdem der Billa-Standort geschlossen worden war, galt die Nachnutzung lange als offen. Nun wird aus dem früheren Einkaufsort ein Ort der medizinischen Versorgung – direkt im Wohnumfeld.

Für das Franckviertel bedeutet das eine deutliche Aufwertung der Infrastruktur. Statt leerstehender Geschäftsflächen entsteht ein Angebot, das den Alltag vieler Menschen erleichtert und langfristig zur Gesundheitsvorsorge im Stadtteil beitragen soll.