Gegen Ende seiner Amtszeit wurde sein Kurs zunehmend kritisiert. Seine harte Linie in der Atompolitik führte zu internationalen Sanktionen, die das Land in eine schwere Wirtschaftskrise stürzten. Aufgrund seiner militärischen Drohungen gegen Israel und der Leugnung des Holocausts war der Iran international isoliert. Selbst unter den Hardlinern war er am Ende seiner Amtszeit umstritten, viele seiner Unterstützer wandten sich von ihm ab.

Während seiner Präsidentschaft stützte sich Ahmadinejad massiv auf die Revolutionsgarden (IRGC). Im Gegenzug verschaffte er ihnen Gewinne bei Privatisierungen und Kontrolle über strategische Wirtschaftssektoren. Obwohl Ahmadinejad als Ziehsohn des inzwischen getöteten Ayatollah Ali Khamenei galt, entwickelte er sich gegen Ende seiner Präsidentschaft zu einer unberechenbaren Opposition innerhalb des Systems.

Sein Versuch, die Befugnisse des gewählten Präsidenten gegenüber dem Klerus zu erweitern – insbesondere durch den offenen Konflikt um das Geheimdienstministerium im Jahr 2011 – führte zum Bruch mit dem Obersten Führer. In den Folgejahren wurde er politisch marginalisiert: Der Wächterrat schloss ihn 2017, 2021 und 2024 von den Präsidentschaftswahlen aus.

Acht Tote bei iranischen Raketenangriffen in Israel

Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel am Sonntag wurden unterdessen mindestens acht Menschen getötet. Laut Polizei traf eine Rakete in der westlich von Jerusalem gelegenen Stadt Beit Shemesh ein Gebäude. Die Rettungskräfte erklärten, sie hätten zudem 28 Verletzte, darunter zwei Schwerverletzte, geborgen. Das Gebäude sei eingestürzt.

Am Samstagmorgen hatten die USA und Israel massive Luftangriffe gegen den Iran gestartet. Bei Angriffen in Teheran wurde der oberste iranische Führer, Ayatollah Ali Khamenei, getötet. Als Reaktion griff der Iran Israel sowie US-Militäreinrichtungen in mehreren Staaten der Golfregion an. Seitdem wurden in Israel neun Menschen getötet. Am Sonntag dauerten die gegenseitigen Angriffe an.

Drei Tote in Emiraten - ein Toter in Kuwait

Durch die iranischen Gegenangriffe wurden am Sonntag in der Golfregion mehrere Menschen getötet. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden laut dem Verteidigungsministerium der Emirate drei Menschen getötet. Bei den Toten handele es sich um Staatsbürger aus Pakistan, Nepal und Bangladesch, 58 weitere Menschen seien verletzt worden.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hätten 165 ballistische Raketen entdeckt. 152 davon wurden zerstört. Zudem wurden 541 iranische Drohnen registriert, von denen 506 abgefangen und zerstört wurden.

Auch aus Kuwait wurden Opfer durch iranische Angriffe gemeldet. Laut dem Gesundheitsministerium des Landes wurde ein Mensch getötet. 32 Menschen wurden verletzt, alle sind Ausländer.

Öltanker vor Küste Omans angegriffen

Vor der Küste des Golfstaats Oman wurden derweil zwei Schiffe angegriffen. Der Öltanker „Skylight” wurde laut der Nachrichtenagentur Oman News Agency, die sich auf das omanische Zentrum für maritime Sicherheit beruft, etwa neun Kilometer vor der Küste von Musandam getroffen. Dabei seien vier Personen verletzt worden. Die 20-köpfige Besatzung des unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau fahrenden Schiffs sei evakuiert worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) meldete einen weiteren Vorfall etwa 90 Kilometer nordöstlich der omanischen Hauptstadt Maskat. Ein Schiff sei von einem unbekannten Geschoss angegriffen worden. Ein Brand im Maschinenraum sei mittlerweile unter Kontrolle. Auch hierzu waren zunächst keine weiteren Details bekannt.

Die Vorfälle ereigneten sich nahe der Straße von Hormuz. Die iranische Nachrichtenagentur hatte am Samstag gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Meerenge eingeschränkt haben. Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen wurden demnach aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten.