Islamismus-Eklat: HAK teilt Ramadan-Clip von Kanal mit antisemitischen Inhalten
Eine Schule in Lustenau verbreitet ein Video zum islamischen Fastenbrechen – und sorgt für Wirbel. Der Schülerkanal, der den Clip produziert hat, zeigt Israel-Boykott, inszenierte Gewalt gegen Mädchen, religiöse Gruppengebete – auch im Schulgang. Der Fall wirft brisante Fragen auf. Eine Stellungnahme der Schulleitung liegt bislang nicht vor.
Alles, was aus Israel kommt, soll boykottiert werden. Im Nationalrat ist man sich fraktionsübergreifend einig: Das ist Antisemitismus.Instagram/hakbabam/Screenshot
Der offizielle Instagram-Account der HAK Lustenau veröffentlichte einen Beitrag zum Fastenbrechen im Ramadan. Das Material stammt vom Kanal „Ha(k)babam“ – ein Wortspiel aus „HAK“ und der türkischen Kultserie „Hababam Sınıfı“ („Die Chaotenklasse“).
Ein Blick auf die Inhalte legt nahe: Der Account wird aus dem Schülerumfeld der Schule betrieben. Was auf den ersten Blick unterhaltsam wirkt, erscheint bei genauerem Hinsehen deutlich problematischer.
Israel-Boykott und Gewalt gegen Mädchen
Auf dem Kanal ist zu sehen, wie Schüler an verschiedenen Orten Sticker mit der Aufschrift „Boykott Israeli Apartheid“ anbringen. Die Parole steht für Boykottaufrufe gegen Israel und den Vorwurf eines „Apartheid“-Staates – ein zentrales Narrativ der BDS-Kampagne, die 2020 vom Nationalrat einstimmig von allen Parteien als antisemitisch verurteilt wurde. In den Clips ist die Einblendung „mission completed“ zu sehen – die Aktion wird als abgeschlossener Auftrag inszeniert.
Darüber hinaus finden sich mehrere Szenen mit Gewaltdarstellungen: Ein Schüler richtet eine Pistolen-Attrappe auf eine Mitschülerin. In einer weiteren Aufnahme wird einer Schülerin die Wasserflasche aus dem Gesicht geschlagen, weil sie während der Fastenzeit trinken will.
Die Szenen wirken inszeniert und ironisch gemeint. Auffällig bleibt jedoch ein klares Muster: Die dargestellte Gewalt richtet sich ausschließlich gegen Mädchen.
Gebete im Schulgang – klare Rollenbilder
Weitere Aufnahmen zeigen religiöse Szenen direkt aus dem Schulumfeld: „Allahu Akbar“-Rufe, gemeinschaftliche Gebete samt klarer Trennung nach Geschlechtern – Burschen vorne, Mädchen dahinter.
Besonders brisant: Die Gebete finden teilweise in öffentlich zugänglichen Bereichen der Schule statt, etwa in Gängen.
Mehr als Religiosität: politische Aufladung
Der Kanal zeigt nicht nur Glauben, sondern auch problematische Inhalte: Israel-Hetze, öffentliche Gebete im Schulgang mit klarer Geschlechtertrennung und Gewalt gegen Mädchen als „Spaß“. Daraus spricht ein Milieu, in dem Antisemitismus, problematische Frauenbilder und die Politisierung von Religion zusammenkommen.
Schule verstärkt Inhalte – Fragen bleiben offen
Nach außen wurde das Fastenbrechen als herzliche, offene Einladung für alle beworben. Die Bilder auf dem Kanal zeigen jedoch etwas deutlich anderes: geschlechtergetrennte Gebete, religiöse Inszenierung im Schulgang, antisemitische Slogans – kurz: ein Umfeld, das mit dem Anspruch von Offenheit kaum vereinbar wirkt.
Dass der offizielle Instagram-Account der Schule Inhalte aus genau diesem Umfeld weiterverbreitet, wirft zentrale Fragen auf: Wurde der Kontext geprüft? Waren die übrigen Inhalte des Kanals bekannt?
Auch darüber hinaus stellen sich Fragen: Wie bewertet die Schulleitung die Nutzung öffentlich zugänglicher Schulbereiche für gemeinschaftliche Gebete? Gibt es Maßnahmen, um sicherzustellen, dass andere Schüler – etwa säkulare – dadurch nicht beeinträchtigt werden?
Eine Anfrage an die Schulleitung wurde übermittelt. Eine Stellungnahme lag bis Redaktionsschluss nicht vor, wird jedoch nachgereicht, sobald sie einlangt.
Kommentare