Monatelang soll er zudem allein in einem Tunnel festgehalten worden sein. Gegenüber der BBC sprach der auch russische Staatsbürger am Freitag über die unmenschlichen Bedingungen, unter denen er gefangen gehalten wurde.

Insgesamt war der heute 30-Jährige fast 500 Tage in der Gewalt der Terrororganisation Palästinensischer Islamischer Jihad (PIJ). Vor knapp einem Jahr kam er im Rahmen eines Abkommens zwischen Israel und der mit dem PIJ verbündeten Hamas frei.

In den ersten Wochen seiner Geiselhaft, in denen er überirdisch in einem Käfig festgehalten worden sei, habe ein Terrorist wiederholt versucht, ihn zu sexuellen Handlungen an sich selbst zu animieren, sagte Trufanov der BBC. Zu der Kamera, die ihm aufgefallen sei, sagte er: “Ich habe beim Duschen versucht, meine Genitalien nicht in diese Richtung zu halten.” Er habe nur einmal in der Woche duschen dürfen.

Geisel war monatelang allein in einem dunklen Tunnel

Über seine spätere Zeit in einem Tunnel berichtete Trufanov, dass es dort so dunkel gewesen sei, dass er seine Hand vor Augen nicht habe sehen können. Zudem sei es still, eng und feucht gewesen. “Ich erinnere mich, dass ich das Gefühl hatte, lebendig unter der Erde begraben zu sein”, sagte er der BBC. “Oft habe ich die Hoffnung völlig verloren.” Zu seinen Entführern habe er nur Kontakt gehabt, wenn sie ihm Essen gebracht hätten. Sonst sei er allein gewesen.

Bei dem Terrorüberfall am 7. Oktober 2023 wurde Trufanovs Vater getötet, seine Mutter, Großmutter und Partnerin Sapir Cohen wurden ebenfalls entführt. Trufanov selbst wurde bei seiner gewaltsamen Entführung verletzt, unter anderem wurde ihm in beide Beine geschossen. Er sei in Gaza medizinisch kaum versorgt worden.

Nach einer Beinoperation ist er laut dem Bericht derzeit auf Krücken angewiesen, hoffe aber in einigen Wochen tanzen zu können – denn dann will der Ingenieur seine Partnerin Sapir Cohen heiraten.