Die Befragung von Favorit Clemens Pig ist vorbei – jetzt ist Eva Schütz an der Reihe. Als Vierte tritt die Herausgeberin von exxpress vor die 35 Stiftungsräte, präsentiert ihr Konzept und stellt sich den Fragen der Stiftungsräte.
Schütz versteht ihre Kandidatur ausdrücklich als unabhängig. „Ich bin keine Kandidatin der Bundesregierung oder der Koalition, ich bin keine Kandidatin von Freundeskreisen oder einzelner Gremien. Ich bin die Kandidatin der Zuseherinnen und Zuseher und der Gebührenzahler”, stellte die 52-jährige Juristin bei Ankündigung ihrer Bewerbung klar.
Inhaltlich legt sie eine Reformagenda unter dem Titel „ORF 2030″ vor, die drei Leitlinien folgt: einem ORF für die Gebührenzahler, einem „sauberen” ORF und einem wirtschaftlich geführten ORF. Konkret will Schütz das Medienhaus strategisch neu ausrichten, „Privilegien im Haus beenden”, mehr Transparenz schaffen und politische Einflüsse in den Gremien zurückdrängen. Ein zentraler Punkt: Öffentliche Mittel sollen künftig auch privaten Medien zugutekommen, die einen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen. Ihre unternehmerische Erfahrung beim Aufbau von exxpress bringt sie als Kernkompetenz ins Treffen – sie wisse, wie man ein Medium „in einem hochkompetitiven digitalen Umfeld wirtschaftlich tragfähig und publizistisch relevant” führe.
Schütz ist Juristin und war stellvertretende Kabinettschefin im damals ÖVP-geführten Finanzministerium unter Hartwig Löger in der Regierung Kurz. Sie war zudem in mehreren Aufsichtsräten aktiv, etwa bei der Volksbank Wien und im ÖBB-Konzern.

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