Kein Essen, kein Wasser: Fastende muslimische Kinder stellen Schulen vor Probleme
Mit Beginn des Ramadan verändert sich auch der Alltag an vielen Wiener Schulen. Was früher nur einzelne ältere Schüler betraf, ist mittlerweile zu einem spürbaren Thema im Unterricht geworden. Eine Schulleitung aus Wien berichtet von einer deutlichen Dynamik in den vergangenen Jahren.
Im Islam gilt das Fasten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang als religiöse Pflicht – allerdings erst für Erwachsene. Kinder sind grundsätzlich davon ausgenommen. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Viele Schüler entscheiden sich trotzdem fürs Fasten. Besonders ältere Jugendliche gelten dabei als Vorbilder für Jüngere.
Einfluss von Social Media
An der betroffenen Wiener Mittelschule stammt ein Großteil der Kinder laut Heute aus muslimischen Familien. Ramadan sei daher längst Teil des Schulalltags geworden. Zwar werde das Thema im Religionsunterricht besprochen, doch nicht alle Kinder nehmen daran teil. Dadurch seien die pädagogischen Möglichkeiten begrenzt.
Auch soziale Medien spielen laut der Schulleitung eine Rolle. Auf Plattformen wie TikTok oder Instagram verbreiten religiöse Influencer Videos, die junge Menschen zum Fasten ermutigen sollen. Für viele Kinder entsteht dadurch zusätzlicher Druck, ebenfalls mitzuhalten.
Im Unterricht macht sich das deutlich bemerkbar: Manche Schüler wirken müde, gereizt oder unkonzentriert. Im vergangenen Jahr sei sogar ein Schüler im Sportunterricht kollabiert. Angebote wie Trinkwasser oder Essen – etwa bei einer gesunden Jause oder im Kochunterricht – würden von fastenden Kindern häufig abgelehnt.
Die Schule setzt deshalb verstärkt auf Gespräche mit Schülern und Eltern. Doch Sprachbarrieren erschweren oft den Austausch. Gleichzeitig stärkt das gemeinsame Fasten für viele Jugendliche das Gemeinschaftsgefühl – weshalb immer mehr Kinder daran teilnehmen.
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