Von wegen Weltuntergang! 2025 war – trotz Extremwetter, Zyklonen und Überschwemmungen – eines der sichersten Jahre der Menschheitsgeschichte. Die weltweite Todesrate durch Naturkatastrophen lag auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt der renommierte US-Forscher Roger Pielke Jr. in einem neuen Artikel auf.

Pielke, Risikoforscher an der University of Colorado Boulder, kritisiert den Klima-Alarmismus, ohne den Klimawandel zu leugnen. Er fordert: Entscheidungen dürfen sich nicht an apokalyptischen Erzählungen orientieren, sondern an Daten. Er selbst analysiert seit Jahrzehnten Daten zu Klima, Katastrophen und Verwundbarkeit – mit höchst erfreulichem Ergebnis.

Bara-Bonita-Staudamm in Brasilien: Schützt vor Fluten, liefert Strom, lässt Schiffe passieren.GETTYIMAGES/Julianus Corolesqui

2025: Weniger Tote denn je – trotz Extremwetter

Weltweit starben im Jahr 2025 weniger als 6.100 Menschen infolge extremer Wetterereignisse – bei mehr als 8 Milliarden Erdbewohnern. Das ergibt eine Todesrate von unter 0,8 pro Million Menschen – so niedrig wie noch nie.

Zum Vergleich: In den 1960ern lag die Rate bei mehr als 320 pro Million. Der Rückgang beträgt 99 Prozent. Seit 2014 wurden bereits sechs Jahre mit ähnlich niedrigen Werten verzeichnet. Selbst Großkatastrophen wie 2008 mit 150.000 Toten durch Zyklone oder Überschwemmungen ändern am Trend nichts: Die Welt wird widerstandsfähiger.

Sirenen warnen rechtzeitig vor Tornados.GETTYIMAGES/Keith Fisher

Nicht weniger Wetter – sondern weniger Verwundbarkeit

Tatsächlich hat sich die Zahl gemeldeter Naturkatastrophen seit 1970 verfünffacht. Das liegt, wie Studien unterstreichen, auch an besserer Erfassung. Viele Ereignisse, die früher in Statistiken fehlten, werden heute lückenlos dokumentiert – auch in entlegenen Regionen. Schon kleine Fluten oder Hitzewellen tauchen in den Daten auf.

Zugleich steigt die Exposition: Mehr Menschen leben in Risikozonen – etwa in Megastädten an Küsten, in Flusstälern oder Dürregebieten. Die Weltbevölkerung ist seit 1970 von 3,7 auf über 8 Milliarden gewachsen. Dennoch sinkt die Zahl der Opfer – und das hat Gründe.

Deiche – wie jener an der Oder (Bild) – schützen vielerorts effektiv vor Fluten.GETTYIMAGES/delectus

Der Mensch schützt sich selbst – mit Erfolg

Der Grund für die positive Entwicklung liegt nicht im Wetter, sondern im Menschen: Frühwarnsysteme, Satelliten, Evakuierungspläne, Katastrophenschutz, bessere Bauten und Gesundheitsversorgung machen den Unterschied.

Wo früher der Sturm tötete, hilft heute Technik. Wo einst Hunger folgte, steht heute Infrastruktur. Menschliche Intelligenz schlägt Naturgewalt.

Die Zahlen sprechen Klartext

In den 1920ern forderten wetterbedingte Katastrophen insgesamt fast 5 Millionen Tote. In den 2010ern waren es über das gesamte Jahrzehnt nur noch rund 170.000 – ein Rückgang um 96 Prozent.

Die Weltwetterorganisation (WMO) zeigt: Die jährliche Opferzahl sank von 50.000 in den 1970ern auf unter 20.000 in den 2010er Jahren.

Die beiden Forscher Giuseppe Formetta und Luc Feyen konnten aufzeigen: Zwischen 1980 und 2017 sank die Sterberate unter exponierten Menschen in gefährdeten Regionen um den Faktor 6,5. Die wirtschaftlichen Schäden relativ zum BIP fielen auf ein Fünftel.

Luanda wächst – und schützt sich: Fortschritt macht die Küstenmetropole sicherer.GETTYIMAGES/Vostok

Gerade die Armen holen auf

Am deutlichsten sind die Fortschritte in ärmeren Ländern. In den 1980ern starben dort zehnmal so viele Menschen wie in Industriestaaten – heute ist es „nur“ noch der vierfache Wert. Die Kluft schrumpft, weil viele Staaten massiv investieren: in Bildung, Warnsysteme, Katastrophenschutz, Gesundheit.

Wer weniger arm ist, stirbt seltener an Naturgewalten. Der Aufstieg aus der Armut ist der beste Schutz vor dem Klima.

Studien bestätigen den Trend

Mehrere Studien kommen zu ähnlichen Befunden:

Jongman et al. (2015): Höheres Einkommen senkt Flut-Todesraten weltweit, was sich besonders in Afrika und Asien niederschlägt.

Bouwer & Jonkman (2018): Kaum noch tödliche Sturmfluten mit mehr als 10.000 Toten – dank Küstenschutz und Evakuierungen.

Sheridan & Allen (2018): In Industrieländern sinkt die Zahl der Hitzetoten – dank besserer Warnsysteme und Versorgung.

Ob Flut oder Hitze: Der Mensch schützt sich besser denn je.GETTYIMAGES/JackStar

Fortschritt rettet Leben, nicht Ideologie

Der Klimawandel ist real. Doch die Klima-Apokalypse bleibt aus. Warum? Weil sich der Mensch anpasst. Er schützt sich besser. Die Daten zeigen: Fortschritt rettet Leben. Technik rettet Leben. Wohlstand rettet Leben. Ideologische Blockade gefährdet Wohlstand und Leben. Wer Entwicklung zurückfahren will, schadet den Schwächsten.

Pielke fasst nüchtern zusammen: „2025 ist kein Ausreißer, sondern Teil eines langfristigen Trends.“ Die Apokalypse fällt aus – und das ist eine Nachricht, die Hoffnung macht.