Während die letzten Vorbereitungen für das Finale des 70. Eurovision Song Contests (ESC) in der Wiener Stadthalle laufen, fand unter dem Motto „Keine Bühne für den Völkermord. Freiheit für Palästina“ eine Kundgebung statt. Am Samstagnachmittag trafen sich einige hundert Menschen, um ihren Unmut über die Teilnahme Israels am ESC auszudrücken. Am Christian-Broda-Platz beim Wiener Westbahnhof versammelte sich der Pro-Palästina-Protestzug, für den eigentlich 3.000 Teilnehmer angemeldet waren, wie die Tageszeitung Kurier berichtete.

Der exxpress war bei der Pro-Palästina-Demonstration. Sehen Sie hier das Video:

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Palästinensische Botschafter: Israels Teilnahme sei „eine Schande“

Der palästinensische Botschafter in Österreich, Salah Abdel Shafi, ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen. Israels Teilnahme sei „ein Versuch, Völkermord zu normalisieren” – eine „Schande”, so Shafi. Kunst sei niemals unpolitisch. „Wir sind vereint in der Liebe, wir sind vereint im Frieden, aber wir sind nicht vereint im Genozid”, erklärte er.

Auch eine Antifa-Flagge flatterte fröhlich in der Menge – neben Palästina-, Kuba- und Mullah-Regime-Fahnen.
Auch eine Antifa-Flagge flatterte fröhlich in der Menge – neben Palästina-, Kuba- und Mullah-Regime-Fahnen.

Ein anderer Redner meinte, die Stadt Wien sollte die rund 23 Millionen Euro, die für den ESC ausgegeben wurden, besser in die Mindestsicherung oder den öffentlichen Verkehr investieren.

Israel sei „kolonialer Siedlerstaat des Westens“

Gegen Israel wurde tüchtig ausgeteilt. Das Land wurde ganz in linker Manier als „kolonialer Siedlerstaat des Westens“ bezeichnet und „Terrorstaat“ bezeichnet. Auch zum Boycott gegen Israel wurde aufgerufen.

Unzufriedenheit mit SPÖ

Gar nicht zufrieden waren die Redner mit der SPÖ. Das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren „unter der SPÖ-Regierung“ wurde als „Schande“ bezeichnet. Später hieß es „Fuck you, pseudo-rotes Wien“.

Einmal wies die Polizei via Lautsprecher darauf hin, dass das Vermummungsverbot auch für Demonstranten gelte. Anscheinend gab es ein Grüppchen Vermummter in der Menge. Um circa 14:45 Uhr bewegte sich der Zug in Richtung Stadthalle.

Pro-Israel-Aktivisten

Am Urban-Loritz-Platz bei der Stadthalle setzten das „Bündnis gegen Antisemitismus“ und „Artists Against Antisemitism Wien“ ein Zeichen.
Am Urban-Loritz-Platz bei der Stadthalle setzten das „Bündnis gegen Antisemitismus“ und „Artists Against Antisemitism Wien“ ein Zeichen.

Am Urban-Loritz-Platz setzten das „Bündnis gegen Antisemitismus“ und „Artists Against Antisemitism Wien“ ein „Zeichen für Gastfreundschaft und Solidarität”. Aktivisten verteilten einen Leitfaden mit dem Titel „12 Punkte gegen Antisemitismus” – und riefen dazu auf, soziale Medien kritisch zu hinterfragen und antisemitische Vorfälle bei der Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) zu melden.