Der Vorwurf wiegt schwer: Ein Staatsanwalt (40) soll geheime Ermittlungsinformationen an eine internationale Drogenbande verkauft haben. Laut Gericht warnte er die Kriminellen sogar vor einer geplanten Razzia. Dafür kassierte er laut eigenen Angaben rund 2500 Euro pro Tat – die Ermittler gehen sogar von bis zu 5000 Euro aus. Das Landgericht Hannover verurteilte ihn nun zu acht Jahren und sechs Monaten Haft.

Enormer Schaden

Lange hatte der Mann alles bestritten. Doch im Jänner folgte die überraschende Wende: Er gestand neun von 14 Taten. Hintergrund sollen neue Beweise gewesen sein. Im Gegenzug ließ die Staatsanwaltschaft einige Anklagepunkte fallen.

Schon 2022 gab es erste Hinweise auf ein mögliches Leck. Es folgten Hausdurchsuchungen, das Verfahren wurde zunächst eingestellt – und später wieder aufgenommen. Klar ist: Der Schaden ist enorm. Die Anklage sprach von einem massiven Vertrauensbruch in den Rechtsstaat.

Auch ein mutmaßlicher Komplize, ein Boxtrainer (42), wurde verurteilt – er kam mit einer Bewährungsstrafe davon.