Dies solle “sicherstellen, dass die Streitkräfte im Kriegsfall Zugriff auf die für die Landesverteidigung notwendigen Ressourcen haben”. Die Schreiben hätten in Friedenszeiten keine praktischen Auswirkungen, wurde betont. Eine Beschlagnahmung gilt laut norwegischem Militär zunächst für ein Jahr. Vor allem die aggressive Außenpolitik Russlands und der USA zwingen die europäischen Länder zu einem sicherheitspolitischen Umdenken und einer konkreten Neuausrichtung in der Verteidigung.

Neben militärischer auch zivile Bereitschaft gefordert

“Die Bedeutung der Krisen- und Kriegsvorsorge hat in den vergangen Jahren dramatisch zugenommen”, erklärte der Chef der Logistik-Organisation der Armee, Anders Jernberg. Ihm zufolge befindet sich Norwegen “in der schwersten sicherheitspolitischen Krise seit dem Zweiten Weltkrieg”. Die Gesellschaft müsse daher “auf sicherheitspolitische Krisen und im schlimmsten Fall auf einen Krieg vorbereitet sein”. Neben der militärischen werde auch die zivile Bereitschaft verstärkt.

Norwegen ist Mitglied der NATO, gehört aber nicht der Europäischen Union an. Es grenzt im Arktischen Ozean an Russland. Zudem teilt das skandinavische Land im Norden eine 198 Kilometer lange Landgrenze mit Russland.