Grundsätzlich ist die Zahl der Anzeigen 2025 um 0,2 Prozent auf 194.625 Fälle leicht gesunken. Die Aufklärungsquote erhöhte sich leicht auf 44,6 Prozent. Die Zahl der ermittelten Tatverdächtigen stieg auf 103.392, der Ausländeranteil lag bei 59,2 Prozent.

Das Sorgenkind sei die leicht gestiegene Gewaltkriminalität, erklärte Gerhard Winkler vom Landeskriminalamt Wien. Demnach ist die Zahl der Körperverletzungen um zwei Prozent gestiegen, wobei ein besonderes Augenmerk auf der Verwendung von Messern läge, erklärte Winkler. Auch die Gewalt gegenüber Polizeibeamten ist gestiegen. Bei der Bekämpfung der Gewaltdelikte sei in Wien der öffentliche Raum eine Herausforderung: “Wir wollen nicht, dass hier Unsicherheitszonen entstehen”, sagte Winkler. Daher setze man “sowohl auf repressive als auch präventive Maßnahmen”.

"Vielfältige Ursachen" für Jugendkriminalität

Selbes gelte für den Bereich der Jugendkriminalität. Insbesondere bei den Zehn- bis 14-Jährigen sei mit plus 18,1 Prozent ein “sehr deutlicher Anstieg zu verzeichnen”, erläuterte Winkler. Der sei vor allem durch mehr Einbruchsdiebstähle (plus 20,7 Prozent) und Körperverletzungen (plus 23,5 Prozent) zu erklären. Man müsse “auf allen Ebenen” und “ohne Scheuklappen” agieren, forderte Winkler. “Die Ursachen sind vielfältig. Das sind auf der einen Seite gesellschaftliche Probleme, dass gewisse Jugendliche durchs Netz der schulischen und beruflichen Ausbildung fallen oder im familiären Umfeld hier natürlich auch gewisse Problemsituationen gegeben sind. Das ist von heute auf morgen nicht so leicht abzustellen”, erklärte Winkler. Zudem handle es sich um eine europäische Problematik.

Die Wiener Polizei setze auf “verstärkte Vernetzung mit allen Playern, die im Bereich der Jugendkriminalität oder Jugendarbeit tätig sind” und es seien zusätzliche Strukturen errichtet worden, sagte Winkler. Insbesondere die Fortführung der interdisziplinären Arbeitsgruppe “Kinder- und Jugendkriminalität”, die multiinstitutionell verankert ist, stehe im Fokus. Mit einem Analysetool können zudem Schwerpunktgebiete in Wien festgestellt werden. Jugendliche Intensivtäter würden – auch mit schulischer Unterstützung – stärker im Auge behalten werden. Im Bereich der gesamten Jugendkriminalität würden vor allem syrische Staatsangehörige hervorstechen, erklärte Winkler.

Weniger Anzeigen von Raubdelikten und Diebstählen

2025 konnten mehr Delikte als 2024 geklärt werden. Die Aufklärungsquote liegt aber trotzdem noch unter dem Bundesschnitt: “Unser Ehrgeiz ist natürlich nach wie vor da, auch hier die 50 Prozent zu erreichen”, erklärte Winkler. “Aber das ist natürlich dem geschuldet, dass die Großstadt Wien als einzige Millionenstadt besondere Herausforderungen in der Kriminalitätsbekämpfung hat”, fügte er hinzu.

Zurückgegangen sind die Anzeigen von Vermögens- und Raubdelikten, als auch Diebstählen. So gab es insbesondere weniger Autodiebstähle (minus 18,7 Prozent), aber auch Taschen- und Trickdiebstähle (minus 7,8 Prozent). Im Bereich der Wirtschaftskriminalität wurden ebenfalls weniger Anzeigen erstattet. Besonders stark war demnach der Rückgang beim Bestell- und Warenbetrug. Überraschend sei der Rückgang bei der Internetkriminalität, bemerkte Winkler.

Fast alle Morde aufgeklärt

Die Zahl der Morde sank von 26 Fällen im Jahr 2024 auf 15 Fälle im vergangenen Jahr. Aufgeklärt werden konnten davon 14 Fälle. Auch gab es mit einem Minus von zehn Prozent weniger angezeigte Vergewaltigungen, die Aufklärungsquote lag bei 79 Prozent. “Das liegt mehr oder weniger auch daran, dass sehr viele dieser sexuellen Übergriffe im privaten Umfeld stattfinden, wo es eine Täter-Opfer-Beziehung gibt. Grundsätzlich sind auch diese Ermittlungen von höchster Priorität, weil es natürlich eine sehr, sehr sensible Thematik ist”, sagte Winkler.