Kritik an "Omas gegen Rechts": Politische Performance statt Perchtenlauf
Angemeldet als Brauchtumsveranstaltung, gelandet als politische Performance: Der Perchtenlauf der Omas gegen Rechts zog am Freitag durch die Grazer Innenstadt – mit Masken, Glocken und Botschaften gegen FPÖ und Co.
Was als Brauchtumsveranstaltung angekündigt war, entpuppte sich am Freitag in Graz als politische Performance: Der Perchtenlauf der „Omas gegen Rechts“ zog durch die Innenstadt, doch anstelle von traditionellen Perchtenklängen und maskiertem Schrecken gab es scharfe politische Botschaften. Die Aktivisten, die sich als Perchten verkleideten, gingen mit klaren politischen Forderungen durch die Grazer Straßen, wobei vor allem die Freiheitlichen sowie andere steirische Politiker ins Visier genommen wurden.
„Wir sind das Volk, behaupten die Blauen, aber auf wen tun’s in Wirklichkeit schau’n?“ hieß es in einem der vorgetragenen Gstanzln vor dem Landhaus. Die „Omas gegen Rechts“ kritisierten die „Mächtigen“ und plädierten für soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz, Demokratie und gegen Rassismus. Von der FPÖ bis zu Manuela Khom wurden zahlreiche Politiker persönlich ins Visier genommen. Besonders der Vorwurf, dass Mario Kunasek „freie Liebe net mag“, stieß auf Unverständnis bei den Betroffenen.
Kulturkampf gegen Traditionen?
Doch die Reaktionen auf die Aktion fielen gespalten aus. Während klassische Perchtengruppen vor Ort als stille Beobachter dabei waren, blieb die angekündigte Gegendemo aus. Für viele der Brauchtumsvereine war die Sorge, dass das traditionelle Brauchtum von den politischen Statements der „Omas gegen Rechts“ verunglimpft wird, im Vorfeld größer als nach der Veranstaltung selbst.
Deutlich schärfer fiel jedoch die Reaktion der FPÖ aus: Klubobmann Marco Triller kritisierte den Perchtenlauf als „peinliche politische Aneignung von Brauchtum“ und einen „Kulturkampf gegen steirische Traditionen“. Für Triller war die Aktion ein unpassender Versuch, eine politische Agenda auf einem ursprünglich unpolitischen Event durchzusetzen.
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