Was als entspannter Campingurlaub in Biograd begann, entwickelte sich für den 68-jährigen Johannes Hebenstreit zu einer Tragödie. Wie die Kleine Zeitung und Merkur.de berichten, führte eine unscheinbare Verletzung im Meer zu schweren Infektionen mit fatalen Folgen. Zunächst mussten ihm Ärzte einen Teil des linken Beins amputieren, Jahre später auch den rechten Unterschenkel. Heute lebt der Österreicher mit zwei Prothesen.

Ein Moment im Wasser – mit dramatischen Folgen

Sommer 2021 in Kroatien. Hebenstreit verbringt seinen Urlaub auf einem Campingplatz in Biograd. Eigentlich trägt er im Wasser immer Badeschuhe, wie es ihm seine Frau empfohlen hat. Doch an diesem Tag hat er sie im Wohnwagen vergessen. Statt umzukehren, greift er zu seinen Schlapfen aus der Badetasche und geht damit ins Meer. Eine folgenschwere Entscheidung.

Im Wasser rutscht er aus dem Schuh und tritt auf etwas Spitzes. Was es genau war, bleibt unklar – möglicherweise ein Seeigel oder ein Petermännchen. Zunächst scheint alles harmlos. „Ich hab nicht viel gespürt“, erklärt Hebenstreit gegenüber der Kleinen Zeitung. Am nächsten Tag entdeckt er nur ein „kleines Locherl“, desinfiziert die Stelle und klebt ein Pflaster darauf.

Infektion eskaliert – Ärzte müssen amputieren

Doch die Situation kippt rasch. Drei Tage nach dem Vorfall fühlt sich der Urlauber plötzlich unwohl und bekommt hohes Fieber. Seine Stieftochter bringt ihn ins Krankenhaus nach Zadar, während seine Ehefrau einen Rücktransport organisiert. Ein Rettungsjet bringt ihn schließlich nach Graz.

Dort folgt die bittere Diagnose: Die Infektion ist außer Kontrolle geraten. Die Ärzte müssen zunächst den Vorfuß amputieren. Doch das reicht nicht. Schon am nächsten Tag verschlechtert sich sein Zustand weiter. Schließlich muss auch der Unterschenkel amputiert werden. Trotz dieses massiven Eingriffs kämpft sich Hebenstreit zurück ins Leben.

Schicksal schlägt erneut zu

Doch zwei Jahre später folgt der nächste Schlag. Diesmal beginnt alles mit einer zunächst harmlos erscheinenden Verletzung am rechten Fuß. Die Folge ist eine schwere Infektion. Die Ärzte amputieren zunächst zwei Zehen. Doch auch dieses Mal verschlimmert sich die Lage dramatisch, es kommt zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. Die Diagnose lautet: Staphylococcus aureus. Am Ende bleibt den Ärzten keine Wahl: Auch der zweite Unterschenkel muss amputiert werden.

Heute lebt der 68-Jährige mit zwei Prothesen. An seiner Seite steht seine Frau, die ihn im Alltag unterstützt – selbst beim Treppensteigen geht sie rückwärts vor ihm, „für den Fall, dass etwas passiert“.

Unsichtbare Gefahr im Meer

Was genau die Ursache für die Infektionen nach den beiden Verletzungen war, bleibt unklar. Der Fall macht jedoch deutlich, wie gefährlich selbst kleine Verletzungen im Meer sein können.

Das Petermännchen zählt laut Experten zu den giftigsten Fischen Europas. Er lebt oft verborgen im flachen Wasser und kann bei Kontakt schmerzhafte Stiche verursachen. In seltenen Fällen drohen sogar schwere allergische Reaktionen.

Auch Seeigel sind nicht harmlos. Zwar sind viele Arten ungiftig, doch ihre Stacheln können Verletzungen und Entzündungen verursachen. Einige Arten sind sogar giftig.

Der ADAC rät deshalb, an Küsten stets Badeschuhe mit fester Sohle zu tragen und sich vorab über mögliche Risiken zu informieren.