Krypto-Betrug bringt Jugendlichen um hohe Geldsumme – Fahndung läuft
Ein vermeintlich lukratives Investment in Kryptowährungen hat für einen Jugendlichen aus Niederösterreich dramatische Folgen gehabt. Im Bezirk Korneuburg soll ein bislang unbekannter Täter ein minderjähriges Opfer gezielt getäuscht und unter massiven Druck gesetzt haben. Die Polizei spricht von einem schweren Betrugsfall und bittet nun öffentlich um Hinweise.
Nach Angaben der Landespolizeidirektion Niederösterreich nahm der Verdächtige über eine Social-Media-Plattform Kontakt zu dem Jungen auf. In längeren Chats stellte er ein angeblich renditestarkes Krypto-Investment in Aussicht. Um an dem Geschäft teilnehmen zu können, wurde das Opfer dazu gebracht, sensible Kontodaten preiszugeben.
Kurz darauf überwies der Jugendliche einen niedrigen vierstelligen Betrag auf ein ausländisches Konto in Litauen. Was als Einstieg in ein gewinnbringendes Geschäft verkauft wurde, entpuppte sich rasch als Betrugsmasche.
Psychischer Druck und Ausweitung des Schadens
Als angebliche Verluste auftraten, erhöhte der Täter den Druck. Er forderte das Opfer auf, ein weiteres Konto zu eröffnen, um den Schaden auszugleichen. Dabei soll er massiv psychisch auf den Jugendlichen eingewirkt haben. Aus Angst zog dieser schließlich seine volljährige Schwester mit hinein, die ein Konto eröffnete.
Bei einem persönlichen Treffen übergab der Bursche dem Mann nicht nur die Zugangsdaten, sondern auch die Bankomatkarte. Damit war der Betrüger in der Lage, uneingeschränkt über die Konten zu verfügen.
Drohungen und Bargeldforderungen
Doch auch damit war der Fall nicht beendet. Laut Polizei drohte der Mann dem Opfer schließlich sogar mit Gewalt und verlangte weiteres Bargeld. Da kaum noch finanzielle Mittel vorhanden waren, kam es zu einer Überweisung von 300 Euro. Zusätzlich übergab der Jugendliche technische Geräte, darunter einen Monitor und ein Headset.
In weiterer Folge nutzte der Verdächtige die erlangten Bankdaten, um in zwei Wiener Bankfilialen einen niedrigen fünfstelligen Betrag abzuheben. Der Gesamtschaden beläuft sich auf eine erhebliche Summe.
Öffentliche Fahndung läuft
Die Polizei fahndet nun mit Lichtbildern nach dem mutmaßlichen Täter. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Gerasdorf bei Wien unter der Telefonnummer 059133/3224 entgegen. Jede Beobachtung könnte für die Ermittler von Bedeutung sein.
Auch Tirol mehrfach von Krypto-Betrug betroffen
Der Fall aus Niederösterreich reiht sich in eine wachsende Zahl ähnlicher Delikte ein. Erst im November wurde eine 20-jährige Frau aus dem Bezirk Lienz Opfer eines schweren Online-Krypto-Betrugs. Über Wochen hinweg hatten Unbekannte sie dazu gebracht, Kryptowährungen über eigens eingerichtete Online-Wallets zu überweisen. Auf einer manipulierten Website wurde ihr ein stetig wachsendes Guthaben vorgespiegelt – eine Auszahlung erfolgte jedoch nie.
Polizei warnt vor neuen Betrugsmaschen
Die Behörden warnen eindringlich vor Kontaktaufnahmen über soziale Netzwerke, unrealistischen Gewinnversprechen und dem Weitergeben von Kontodaten. Gerade junge Menschen geraten zunehmend ins Visier professionell agierender Täter, die gezielt Vertrauen aufbauen.
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