Was wie ein harmloser Stallmoment begann, entwickelt sich zur wissenschaftlichen Sensation mit globaler Aufmerksamkeit. In Nötsch im Gailtal sorgt Braunvieh-Kuh Veronika für Schlagzeilen weit über Österreich hinaus. Ein Video zeigt, wie sie einen Besen gezielt mit dem Maul aufnimmt, um sich zu kratzen – ein Verhalten, das in der Forschung bislang als einzigartig gilt. Für Besitzer Witgar Wiegele kam der plötzliche Rummel völlig unerwartet.

Ein Video, das alles verändert

Das Video wurde in einem Stall im Gailtal aufgenommen. Zu sehen ist, wie Kuh Veronika einen Besen gezielt als Werkzeug nutzt. Was auf den ersten Blick kurios wirkt, ist in der Verhaltensforschung eine Sensation: Noch nie zuvor wurde bei einer Kuh ein bewusster Werkzeuggebrauch dokumentiert.

Das Video verbreitete sich rasend schnell und zog internationale Aufmerksamkeit nach sich. Medienvertreter, Experten und sogar Politiker machten sich auf den Weg nach Kärnten.

Veronika lebt auf dem Hof von Landwirt Witgar Wiegele. Dieser war selbst vom Ausmaß der Reaktionen überrascht. „Ich hätte nie gedacht, dass das ein solches mediales Echo auslöst. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Ich bin baff“, sagte er im Interview mit MeinBezirk. Mittlerweile sei der Ansturm kaum noch zu bewältigen. Der Hof werde regelrecht überrannt, was für den Landwirt zur Belastung wurde.

Selbst gelernt

Veronika wurde 2012 geboren und hat sich den Umgang mit dem Besen selbst beigebracht. „Ab dem vierten Lebensjahr hat sie damit angefangen. Das hat ihr niemand gezeigt“, erklärt Wiegele. Für ihn ist das kein Zufall: „Kühe sind neugierige Tiere. Man muss sie nur lassen.“ Heute ist Veronika die einzige Kuh am Hof und wohl eine der bekanntesten des Landes.

Experten schauen genau hin

Das Verhalten der Kuh ist auch für die Wissenschaft sehr interessant. Es wurde bereits eine Studie erstellt, um den Werkzeuggebrauch einzuordnen. „Die Studie ist gut und wichtig, weil sie zeigt, dass Kühe keine dummen Tiere sind“, betont Wiegele. Rückmeldungen aus dem In- und Ausland bestätigen die Einzigartigkeit dieser Beobachtung.

Doch der plötzliche Ruhm hat auch seine Schattenseiten: „Ich bekomme so viele Anfragen, dass ich schon absagen musste. Ich habe hier ja keine Pressestelle.“ Die Öffentlichkeit war für ihn zeitweise überfordernd. „Es war schon überfordernd für mich“, gibt der Landwirt offen zu. Dennoch hofft er, dass Veronikas Geschichte Wirkung zeigt: „Der Mensch sollte mehr Achtung vor der Schöpfung haben.“