Die Schwägerin des ehemaligen britischen Premierministers Tony Blair hat mit Aussagen zum Hamas-Terrorangriff vom 7. Oktober weltweit Empörung ausgelöst. Lauren Booth, eine britische Journalistin und Halbschwester von Cherie Blair, bezeichnete das Massaker, bei dem mehr als 1.200 Menschen getötet wurden, als „einen legendären Tag in der Geschichte der Umma“.

Die Aussagen stammen aus einem Interview mit der türkischen Zeitung Yeni Safak, das nun erneut öffentlich geworden ist. Darin sagte Booth wörtlich:
„Nach dem 7. Oktober, diesem 7. Oktober, einem legendären Tag in der Geschichte der Umma, können wir sagen, dass Menschen nun wegen der Standhaftigkeit und der Geduld der Menschen in Gaza wieder zum Koran greifen.“

Booth behauptete zudem, „nur Allah“ wisse, wie viele „Millionen“ Menschen sich infolge des Angriffs dem Islam zuwenden würden. Die Welt habe einen historischen „Wendepunkt“ erreicht.

Nicht genug Judenhass

Besonders brisant sind auch ihre Aussagen über frühere Begegnungen mit Palästinensern im Gazastreifen. Booth erklärte, sie sei verärgert gewesen, weil diese ihrer Ansicht nach nicht radikal genug gewesen seien.
„Ich war ein wenig verärgert über die Palästinenser, als ich sie anfangs traf, weil ich dachte, sie hätten ein Stockholm-Syndrom“, sagte sie.
Sie kritisierte, dass diese nicht entschlossen genug gewesen seien, Juden zu hassen oder jüdisches Leben zu nehmen, und fügte hinzu: „Das hat mich wütend gemacht.“

Beim Hamas-Angriff vom 7. Oktober 2023 wurden 1.219 Menschen getötet, darunter mindestens 810 Zivilisten. Das Interviewmaterial wurde im Zuge einer Recherche des israelischen Journalisten Elchanan Groner für eine TV-Dokumentation bekannt.

Booth, die 2010 nach einer Iran-Reise zum Islam konvertierte, arbeitete später für den iranischen Staatssender Press TV und unterstützte die Organisation Cage International, die einst den IS-Henker „Jihadi John“ als „schönen jungen Mann“ bezeichnet hatte.

Krank und pervers

Nach der erneuten Veröffentlichung der Aussagen erklärte Booth, sie setze sich weiterhin für das Recht der Palästinenser auf ein Leben ohne Besatzung ein. Gegenüber der Daily Mail sagte sie:
„Innerhalb dieses Verständnisses befürworte ich keine Gewalt gegen irgendeine religiöse oder ethnische Gruppe.“

Die Organisation Campaign Against Antisemitism reagierte scharf. Ein Sprecher erklärte, es sei „krank und pervers“, das Massaker vom 7. Oktober als „legendär“ zu bezeichnen, und warnte:
„Das ist die Art von Botschaft, die Menschen radikalisiert.“

Der Skandal fällt zudem in eine politisch heikle Phase für Tony Blair, dessen Umfeld zuletzt mit US-Plänen für eine Nachkriegsordnung im Gazastreifen in Verbindung gebracht wurde.