Luxuswohnungen mit Blick auf Israels Botschaft: Spur führt zu Khameneis Sohn
Brisante Immobilien-Enthüllung in London: Laut einer Bloomberg-Recherche besitzt Mojtaba Khamenei, Sohn des iranischen Revolutionsführers, zwei Luxuswohnungen im Nobelviertel Kensington. Die Apartments im Wert von mehr als 50 Millionen Pfund liegen weniger als 50 Meter hinter der israelischen Botschaft – Sicherheitsexperten warnen vor möglichen Spionagerisiken.
Die beiden Wohnungen befinden sich im sechsten und siebten Stock eines Gebäudes in Kensington im Westen Londons. Laut Recherchen gehören sie Mojtaba Khamenei, der als möglicher Nachfolger seines Vaters Ali Khamenei gilt. Die Immobilien sollen bereits seit 2014 in seinem Besitz sein.
Besonders heikel: Von den Apartments aus besteht direkter Blick auf das Gelände der israelischen Botschaft. Sicherheitsexperten sehen darin ein potenzielles Risiko.
Der Terror- und Sicherheitsexperte Roger Macmillan erklärte dazu gegenüber DailyMail: „Der Iran besitzt den Blick auf die Rückseite der israelischen Botschaft aus weniger als 50 Metern Entfernung.“
Die Lage ermögliche verschiedene Formen der Überwachung. Macmillan warnte weiter: „Zwei Wohnungen, direkte Sichtlinie, gehalten über Mojtaba Khamenei. Das ist kein Immobilienportfolio – das ist eine permanente Überwachungsplattform.“ Sein Fazit: „Das ist eine ernsthafte Sicherheitslücke.“
200 Millionen Pfund
Laut der Bloomberg-Recherche werden die Wohnungen offiziell über den iranischen Geschäftsmann Ali Ansari gehalten, einen engen Vertrauten der Familie. Die Apartments wurden demnach 2014 und 2016 für rund 16,7 beziehungsweise 19 Millionen Pfund gekauft.
Insgesamt soll ein größeres Immobiliennetzwerk dahinterstehen. Dem Bericht zufolge gehören auch elf Villen im Londoner Stadtteil Hampstead zu dem Portfolio. Die Häuser wurden über eine Firma auf der Isle of Man erworben und haben heute gemeinsam mit den Kensington-Wohnungen einen geschätzten Gesamtwert von rund 200 Millionen Pfund.
Die britischen Behörden haben inzwischen reagiert: Seit Oktober vergangenen Jahres dürfen die Immobilien nicht verkauft werden. Grund sind Sanktionen gegen Ansari, dem vorgeworfen wird, als Banker das iranische Revolutionsgarden-Korps finanziert zu haben.
Ansaris Anwalt weist diese Vorwürfe jedoch zurück. Sein Mandant bestreite „vehement jede finanzielle Beziehung zu den iranischen Revolutionsgarden oder zum Sohn des früheren obersten Führers“.
Spionage in Großbritannien?
Für zusätzliche Brisanz sorgt der Zeitpunkt der Enthüllungen. Erst vor wenigen Tagen wurden in Nordlondon vier Männer iranischer Herkunft festgenommen. Sie stehen im Verdacht, jüdische Einrichtungen und Personen für iranische Geheimdienste ausgespäht zu haben.
Auch Anti-Korruptionsorganisationen schlagen Alarm. Ein Sprecher von Transparency International erklärte: „Wir wissen jetzt, dass Irans politische Führung in den letzten zehn Jahren stark in Großbritannien investiert hat.“
Die mangelnden Schutzmechanismen gegen Geldwäsche hätten zudem sicherheitspolitische Folgen: „Das Versäumnis, wirksame Abwehrmaßnahmen gegen Geldwäsche aufzubauen, hat Auswirkungen auf die nationale Sicherheit.“
Die israelische Botschaft in London wollte sich zu den Enthüllungen bislang nicht äußern. Dennoch sorgen die Vorwürfe bereits für eine neue Debatte über ausländische Einflussnahme – und mögliche Spionagerisiken im Herzen der britischen Hauptstadt.
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