Die Ausfuhren von Autos und Autoteilen aus der EU nach China gingen zuletzt deutlich zurück – um 34 Prozent auf 16 Milliarden Euro. Seit dem Jahr 2022 haben sich diese Exporte damit mehr als halbiert.

Parallel dazu entwickelten sich die Importzahlen in die entgegengesetzte Richtung: Die Einfuhren aus China stiegen um acht Prozent auf 22 Milliarden Euro. Damit hat sich innerhalb weniger Jahre ein früherer Überschuss in ein deutliches Defizit im zweistelligen Milliardenbereich verwandelt.

Primär Deutschland verliert an Bedeutung im China-Geschäft

Vor allem für Deutschland als zentrale Automobilnation zeigt sich eine klare Verschiebung. Im Jahr 2025 rangierte China nur noch auf Platz sechs der wichtigsten Exportmärkte für deutsche Hersteller.

Zwar übersteigen die deutschen Exporte die Importe weiterhin, doch der Abstand schrumpft mehr und mehr. Seit dem Rekordjahr 2022 sind die Ausfuhren nach China von rund 30 Milliarden Euro auf 13,6 Milliarden Euro zurückgegangen – mehr als eine Halbierung.

Gleichzeitig legten die Importe aus China deutlich zu: Sie stiegen im selben Zeitraum um rund zwei Drittel auf 7,4 Milliarden Euro. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnten sich Import und Export schon bald auf Augenhöhe bewegen.

Wettbewerb nimmt weiter an Schärfe zu

Experten gehen davon aus, dass sich der Konkurrenzdruck in naher Zukunft weiter erhöhen wird. EY-Experte Constantin Gall warnt: „2026 werden wir eine weitere Intensivierung des Wettbewerbs sehen – der Druck auf den Autostandort Deutschland wird daher weiter steigen.“

Schlüsselrolle bei Batterien und Produktion

Ein entscheidender Faktor liegt in der technologischen Struktur der Branche. Bei einem zentralen Zukunftsfeld haben chinesische Anbieter bereits eine dominante Stellung erreicht: der Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge.

Zugleich ist die Verzahnung der Märkte enger geworden. Deutsche Hersteller betreiben zahlreiche Produktionsstätten in China. Fahrzeuge und Komponenten werden dort nicht nur für den lokalen Markt gefertigt, sondern auch nach Europa exportiert.

Beispiele dafür sind Modelle wie Fahrzeuge der Marke Mini, der SUV Cupra Tavascan oder auch Smart-Modelle, die in Kooperation mit Geely in Xi’an produziert werden.

Wirtschaftliche Folgen werden sichtbar

Der zunehmende Konkurrenzdruck, vor allem im Bereich der E-Mobilität, und die strukturellen Veränderungen schlagen sich bereits in den Kennzahlen nieder. Der Umsatz der deutschen Automobilindustrie ging im Jahr 2025 um 1,6 Prozent auf knapp 528 Milliarden Euro zurück.

Auch am Arbeitsmarkt zeigen sich deutliche Effekte: Die Beschäftigung sank im letzten Jahr um 6,2 Prozent, was einem Rückgang von knapp 50.000 Stellen entspricht. Insgesamt arbeiten damit noch rund 725.000 Menschen in der Branche – der niedrigste Stand seit 14 Jahren.