Der Einzelfall könnte weitere Verfahren nach sich ziehen. Aktuell ist der Tech-Konzern auch in weitere Klagen verwickelt, die dem Tech-Konzern vorwerfen, Nutzer in die Abhängigkeit zu treiben.

375 Millionen Dollar Strafe verhängt

Eine Jury im US-Bundesstaat New Mexico ist der festen Überzuegung, dass der Meta- Konzern gegen geltendes Verbraucherschutzrecht verstoßen hat. Die Konsequenz: eine Strafzahlung von 375 Millionen Dollar, umgerechnet rund 323 Millionen Euro.

Den Vorwürfen zufolge habe das Unternehmen Nutzer über die tatsächliche Sicherheit seiner Plattformen getäuscht. Besonders schwer wiegt dabei der Verdacht, dass unzureichende Schutzmechanismen dazu geführt haben könnten, dass Minderjährige leichter Ziel von Straftätern wurden.

Konkret wirft die Anklage dem Konzern vor, dass sexuelle Ausbeutung von Kindern durch strukturelle Schwächen auf den Plattformen begünstigt worden sei.

Digitale Abhängigkeit – Weitere Klagen bereits anhängig

Das Verfahren in New Mexico ist jedoch kein Einzelfall. Im Gegenteil: Der Konzern sieht sich derzeit mit tausenden weiteren Klagen konfrontiert. In diesen Verfahren geht es unter anderem darum, dass die Plattformen gezielt so gestaltet worden seien, dass sie junge Menschen an sich binden und abhängig machen.

In Los Angeles klagt derzeit eine heute 20-jährige Frau gegen mehrere Plattformbetreiber. Sie wirft ihnen vor, bereits als Minderjährige gezielt abhängig gemacht worden zu sein, was zu erheblichen psychischen Schäden geführt habe. In diesem Prozess sagten unter anderem Konzernchef Mark Zuckerberg sowie Instagram-Chef Adam Mosseri aus. Beide wiesen die Vorwürfe zurück.

Branche unter Druck

Die aktuelle Entscheidung verdeutlicht, wie stark der regulatorische und juristische Druck auf große Plattformanbieter zunimmt. Fragen nach Verantwortung, Sicherheit und Geschäftsmodellen rücken zunehmend in den Fokus – und das zu Recht: Die tiefgreifenden Auswirkungen die soziale Medien auf ihre Nutzer haben, sind längst nicht mehr zu übersehen.