Mega-Razzia gegen Gastro-Betrug: Auch Promi-Wirte im Visier
Ein Whistleblower mit Rachegelüsten hat womöglich einen der größten Steuer-Skandale der heimischen Gastronomie ins Rollen gebracht. In einer konzertierten Aktion durchkämmten rund 200 Steuerfahnder gleichzeitig Lokale, Firmensitze und Privatwohnungen in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, der Steiermark und Kärnten. Dutzende Objekte wurden durchsucht, Computer, Mobiltelefone und Speichermedien sichergestellt, berichtet die Krone.
Im Zentrum der Ermittlungen steht ein 56-jähriger Programmierer aus Niederösterreich. Der Chef eines Ein-Mann-IT-Unternehmens soll eine Software entwickelt haben, mit der Registrierkassen manipuliert werden konnten. Laut Ermittlern war der Trick simpel und effektiv: Wurde von Gästen kein Beleg verlangt, konnten Umsätze nachträglich reduziert oder einzelne Positionen gelöscht werden. So sollen über Jahre hinweg Einnahmen an der Finanz vorbeigeschleust worden sein.
Erst nachdem dem IT-Spezialisten Untersuchungshaft wegen Verdunkelungsgefahr in Aussicht gestellt wurde, packte er aus, inklusive detaillierter Kundenliste. Die Folge: Die Zahl der Beschuldigten wächst stetig. Derzeit ermitteln die Behörden gegen rund 50 Geschäftsführer aus etwa 130 Lokalen, darunter auch bekannte Gastronomen.
Haftstrafen bis zu zehn Jahre
Den Betroffenen drohen drastische Konsequenzen. Neben möglichen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren stehen empfindliche Geldbußen im Raum. Ein ähnlicher Fall in Wien verursachte einst einen Steuerschaden von über zehn Millionen Euro.
Hinter den Kulissen herrscht bereits hektische Betriebsamkeit: Zahlreiche Steuerberater erkundigen sich bei Finanzämtern nach Möglichkeiten für Selbstanzeigen. Für den Staat könnte sich der Skandal am Ende nicht nur strafrechtlich, sondern auch finanziell lohnen.
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