Mehrheit der Exxpress-Leser rechnet 2026 mit Neuwahlen
Eine exxpress-Leser-Umfrage zeigt: 56 % glauben an Neuwahlen in Österreich 2026. Die Skepsis über die politische Handlungsfähigkeit wächst, während der Schulterschluss der Regierung auf wackeligen Füßen steht.
In Österreich mehren sich die politischen Spekulationen über mögliche Neuwahlen im Jahr 2026 – und eine exklusive exxpress-Leser-Umfrage (online 1 500 Befragte) zeigt nun, wie stark diese Einschätzung in der Bevölkerung verbreitet ist. Klare Mehrheiten glauben nicht nur, dass es Neuwahlen geben wird, sondern ein hoher Anteil hofft sogar darauf.
In der aktuellen exxpress-Online-Umfrage antworteten 56 % der Teilnehmer mit „Ja“, sie seien überzeugt, dass es im Jahr 2026 zu Neuwahlen kommen werde. Ein weiterer großer Teil (30 %) gab an, nicht sicher zu sein – sagte aber ausdrücklich, dass er daran hofft. Nur 14 % verneinten die Frage.
Diese Werte unterstreichen eine tiefe politische Unzufriedenheit in der Bevölkerung – ein Befund, der auch andere jüngste Umfragen bestätigen: Laut Gallup International zählen Österreichs Bürger zu den pessimistischsten weltweit in Bezug auf 2026. In einer Erhebung sagten nur 15 %, das kommende Jahr werde besser als 2025, 41 % erwarten hingegen eine Verschlechterung. Nur Bulgarien und Bosnien-Herzegowina lagen noch pessimistischer im internationalen Vergleich.
Warum die Erwartungen an Neuwahlen so hoch sind
Trotz dieser Stimmung ist 2026 auf Bundes- und Landesebene keine reguläre Wahl geplant, wie politische Kalender zeigen: Für das Parlament beziehungsweise den Nationalrat ist der reguläre Termin aktuell erst 2029 angesetzt. Trotzdem wächst in Österreich der Diskurs über eine vorgezogene Wahl.
Politische Beobachter führen das auf gleich mehrere Entwicklungen zurück: Die Regierungsparteien – ÖVP, SPÖ und NEOS – stehen im Jahr nach ihrer Bildung unter Druck: Wirtschaftslage, Reformfragen und interne Spannungen prägen den Diskurs. In Podcasts und Kommentaren wurde bereits von einem „Wendejahr“ 2026 gesprochen, in dem die Angst vor einer nächsten „blauen Welle“ – also einem weiteren Vormarsch der FPÖ – spürbar sei.
Stimmungsbild und Politbarometer
Andere Umfragen zeigen, wie stark die politischen Lager derzeit polarisiert sind: Laut Heute.at hält fast jeder zweite Österreicher der FPÖ unter ihrem Bundesparteiobmann keine realistischen Lösungen für die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes zu, selbst wenn die Partei in Umfragen gut dasteht. Gleichzeitig zeigt die generelle Stimmungskurve, dass nur etwa ein Drittel optimistisch in das Jahr 2026 blickt.
Diese Mischung aus politischer Unzufriedenheit, ökonomischen Sorgen und einer starken Oppositionspartei sorgt für eine Atmosphäre, in der viele Menschen glauben, dass der politische Stillstand in Österreich nicht ohne Neuwahlen zu lösen ist.
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