Der „MigAward“, ein „Preis der österreichischen Migant:innen“, vergibt heuer wieder einen Negativpreis. Im Finale der „Sackgasse 2026“, so heißt die Kategorie, stehen exxpress-Kolumnistin Faika El-Nagashi, exxpressLive-Gast und Autor Gerald Grosz sowie die Wiener MA 17 – Integration und Diversität. Wer den Preis erhält, entscheidet im Herbst eine Jury aus insgesamt 700 Migranten. Die Gewinner werden per Post verständigt.
„Preisträger“ 2025: Karl Mahrer, Herbert Kickl
Im vergangenen Jahr ging der Preis an den ehemaligen Wiener ÖVP-Landesparteichef Karl Mahrer. Den ersten Platz bekam er „für die populistische Angstmacherei und hetzerische Rhetorik, Habibi!“. So steht es auf der Website der „Integrationswochen“.
Platz 2 ging an FPÖ-Chef Herbert Kickl „für sein ‘Lebenswerk’ und den gezielten Angriff auf demokratische Werte“. Das Schlusslicht, Platz 3, erhielt der Begriff „Festung Österreich“. Dieser stehe „symbolisch für eine Abschottungspolitik“.

Kein „Pranger“, sondern „demokratische Form der Kritik“
Die Initiatoren verstehen den Negativpreis „Sackgasse” nicht als Pranger, sondern als demokratische Form der Kritik. Der MigAward soll verdeutlichen, dass Migranten nicht nur Gegenstand integrationspolitischer Debatten sind, sondern diese aktiv mitgestalten, berichtet das Wiener Onlinemedium vienna.at.
Grüne Ex-Nationalratsabgeordnete mit Migrationshintergrund nominiert
Doch wie erklären die Initiatoren die Nominierung von El-Nagashi, Grosz und der MA 17, die doch für Diversität und Integration zuständig ist?
Die Grüne Ex-Politikerin mit Migrationshintergrund Faika El-Nagashi steht in der Kritik des MigAward, weil, laut den Initiatoren, Allianzen normalisiert werden, die Minderheiten gegeneinander ausspielen sollen. Konkret beanstandet werden ihre mediale Präsenz sowie ihre Positionierung in Debatten rund um Transgender-Themen, berichtet vienna.at. Nagashi setzt sich für Frauen ein und ist, obwohl selbst lesbisch, kritisch gegenüber der LGBTQ-Community. Aus ihrer Sicht sind nur biologische Frauen Frauen. Mit ihrer NGO „Athena Forum“ berichtet sie kritisch über die Identitätspolitik, die die EU fest im Griff hat.

Auch Bestseller-Autor Gerald Grosz und MA 17 im Visier
Auch der Bestseller-Autor Gerald Grosz wird vom MigAward bedacht – als Beispiel für Provokation auf Kosten des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Der Vorwurf: Mit Feindbildern und Zuspitzungen erzeuge er gezielt Aufmerksamkeit und verstärke damit die gesellschaftliche Spaltung.
Die MA 17 – Integration und Diversität steht laut MigAward für den Widerspruch zwischen Antirassismus-Rhetorik und gelebter Verwaltungspraxis. Kritisiert wird, dass migrantische Organisationen nach öffentlicher Kritik an strukturellen Problemen Konflikte und eine verschlechterte Zusammenarbeit mit der Behörde erlebt hätten.
Hauptsponsor sind Wiener Volkshochschulen
Der „MigAward“ ist ein Projekt der österreichischen Integrationswochen. Diese sind eine seit 2010 stattfindende Veranstaltungsreihe zur Förderung von Vielfalt und Teilhabe.
Ein Hauptsponsor der Integrationswochen sind die Wiener Volkshochschulen (VHS). An der Spitze der VHS steht seit 2016 der SPÖ-Bezirksrat Herbert Schweiger. Dieser geht nun in Pension. Doch rechtzeitig vor seinem Abgang hat er Schweiger noch einen Vortragssaal nach sich benennen lassen (der
Wiens Roter Vhs Chef Noch Im Amt Schon Mit Eigenem Saal Geehrt
).
Die Integrationswochen wiederrum wurden von der österreichischen Agentur ALPHA plus ins Leben gerufen. Die Agentur mit Sitz in Wien koordiniert die Intergrationswochen auch. Sie hat sich auf Diversität, Integration und mehrsprachige Kommunikation spezialisiert.
Grünen Politikerin und El-Nagashi-Gegnerin sitzt in Jury
Brisant: In der 700-köpfigen Jury sitzt auch die Grünen Nationalratsabgeordnete Meri Disoski, also eine alte Parteikollegin El-Nagashis. Disoski ist Vorsitzende der Grünen Frauen Österreich. Sie vertritt vermutlich die Parteilinie der Grünen: eine umfassende Gleichstellung von Transpersonen und einen Queerfeminismus. Letzterer vertritt die Position, dass auch Transfrauen Frauen seien. „Ich halte nichts davon, Menschen auf ihre Biologie zu reduzieren. Transfrauen sind Frauen und haben ein Recht auf Schutz“, sagte Disoski vergangenen Juni bei einer Pressekonferenz. Und: „Gefahren für Frauenrechte kommen nicht von Transmenschen, sondern von Antifeminismus, Gewalt und politischem Rechtsruck.“ Es war kurz nachdem Nagashi ihren Austritt aus den Grünen bekanntgab. Dem vorausgegangen war ein interner Streit bei den Grünen Frauen über Transgender-Politik und welchen Feminismus die Partei vertritt.

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