Denn: Amina Ben Bouzid aus Wiesbaden und Büsra Sayed aus Berlin treten mit Hijab an.

Die beiden Unternehmerinnen haben sich gegen rund 2.600 Bewerberinnen durchgesetzt und gehören damit zu den letzten neun Kandidatinnen des Wettbewerbs. Doch ihre Teilnahme sorgt im Netz bereits für Diskussionen.

Kritik im Netz – und eine klare Antwort

Vor allem in den sozialen Medien werden Sayed und Bouzid immer wieder mit der Frage konfrontiert, ob sie mit ihrem Erscheinungsbild deutsche Frauen repräsentieren könnten.

Büsra Sayed reagiert darauf mit Ironie. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagt sie:
„Und da denke ich mir: Okay, ist Deutsch-Sein eine bestimmte Frisur? Dann gib mir einen Frisurenkatalog.“

Auch Amina Ben Bouzid berichtet von ähnlichen Reaktionen. Ihrer Meinung nach werde ihre deutsche Identität häufig infrage gestellt.

Sie sagt:
„Eine ‚Miss Germany‘ zu sein mit einem Kopftuch wird insgesamt einfach angezweifelt, weil man ja nicht deutsch gelesen ist.“

Ihre Antwort darauf ist:
„Wir sind deutsch!“

Und mit einem Augenzwinkern fügt sie hinzu:
„Wir stoßlüften auch“.

Unternehmerinnen statt Schönheitsköniginnen

Dass zwei Frauen mit Kopftuch im Finale stehen, ist auch Ausdruck eines grundlegenden Wandels im Wettbewerb.

Denn die Miss-Germany-Wahl hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Nicht mehr Schönheitskriterien stehen im Mittelpunkt, sondern unternehmerischer Erfolg.

So tritt Büsra Sayed in der Kategorie „Female Founder“ an. Sie hat ein Modeunternehmen gegründet, das Kopftücher sichtbarer machen will.

Amina Ben Bouzid startet dagegen in der Kategorie „Female Leader“. Sie engagiert sich dafür, weiblich geführte Unternehmen zu unterstützen.

Der Wettbewerb präsentiert sich damit bewusst als Plattform für Frauen mit Führungsanspruch.

Neuer Kurs: „Empowering Women“

Dieser Richtungswechsel wurde bereits 2024 offiziell angekündigt.

Der Chef der Miss Germany Studios, Max Klemmer, erklärte damals gegenüber der Welt:
„Wir suchen nicht nach den nächsten ‚Beauty-Influencerinnen‘, sondern nach zukünftigen DAX-Vorständinnen und erfolgreichen Gründerinnen. Das Stichwort lautet ‚Empowering Women‘.“

Damit soll der Wettbewerb stärker auf wirtschaftliche Leistung setzen – statt auf Schönheitsideale.

Das große Finale findet am Samstag in den Bavaria Studios in Geiselgasteig bei München statt.

Dort wird aus den neun Finalistinnen die neue Miss Germany gewählt. Wer am Ende gewinnt, entscheidet eine Jury.