Der Papst ist am Samstag im Monaco eingetroffen. Leo XIV. landete nach einem rund zweistündigen Helikopterflug im Fürstentum und wurde von Albert II. von Monaco und dessen Gattin Charlène von Monaco empfangen. Anschließend setzte sich der päpstliche Konvoi durch die Straßen Monacos in Bewegung. Der Papst fuhr in einem geschlossenen Wagen zum Fürstenpalast – eine rund drei Kilometer lange Strecke.

Entlang der Route säumten zahlreiche Menschen die Straßen, um den Papst zu begrüßen. Fahnen in den gelb-weißen Farben des Vatikan schmückten als Zeichen des Willkommens den Weg bis zum Fürstenpalast. Angeführt wurde der Konvoi vom Fahrzeug des Fürstenpaares. Vom Balkon des Palastes aus hielt Leo XIV. seine Rede in französischer Sprache.

Papst hielt Rede in französischer Sprache

In seiner Ansprache rief er die Einwohner des Kleinstaates zu einem verstärkten Einsatz für soziale Gerechtigkeit auf. “Mit Blick auf das Mittelmeer und eingebettet zwischen den Gründungsstaaten der Europäischen Union hat Ihr Land in seiner Unabhängigkeit eine Berufung zur Begegnung und zur Pflege der sozialen Freundschaft – Werte, die heute durch ein verbreitetes Klima der Abschottung und Selbstgenügsamkeit bedroht sind”, sagte der Papst.

Zugleich betonte er, dass das Leben in Monaco ein Privileg sei. “In den Augen Gottes wird nichts umsonst empfangen. Wie Jesus im Gleichnis von den Talenten andeutet, darf das, was uns anvertraut wurde, nicht im Boden vergraben werden, sondern soll in Umlauf gebracht und vermehrt werden”, so der Papst.

“Jedes Talent, jede Gelegenheit, jedes Gut, das in unsere Hände gelegt ist, hat eine universelle Bestimmung – eine innere Notwendigkeit, nicht zurückgehalten, sondern weitergegeben zu werden, damit das Leben aller besser wird”, sagte der US-Pontifex weiter. Der Papst warnte zudem vor ungerechten Machtstrukturen und “Strukturen der Sünde, die Abgründe zwischen Armen und Reichen, zwischen Privilegierten und Ausgegrenzten sowie zwischen Freunden und Feinden aufreißen”.

Treffen mit Jugendlichen

Nach seiner Ansprache traf Leo XIV. Katholiken und Jugendliche des zweitkleinsten Staates der Welt. “Das Fürstentum Monaco ist ein kleiner kosmopolitischer Staat, in dem zur Vielfalt der Herkunft auch weitere Unterschiede sozioökonomischer Art hinzukommen. In der Kirche werden solche Unterschiede jedoch niemals zu Anlass für eine Einteilung in soziale Klassen, sondern im Gegenteil: Alle werden als Personen und als Kinder Gottes aufgenommen”, so Leo XIV. bei seinem Treffen mit der katholischen Gemeinschaft in der Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis.

“Monaco ist ein kleiner Staat, kann aber ein großes Beispiel der Solidarität sein, ein Fenster der Hoffnung. Tragt das Evangelium in die Entscheidungen eurer Arbeit, in das soziale und politische Engagement, um denen eine Stimme zu geben, die keine haben, und die Kultur der Fürsorge zu verbreiten”, sagte der Papst an die jungen Katholiken gewandt.

Messe vor rund 15.000 Menschen im Stadion

Am Nachmittag feiert der Papst eine Messe vor rund 15.000 Menschen im Stadion des AS Monaco. Nach einem etwa neunstündigen Programm wird der Papst gegen 19.45 Uhr im Vatikan zurückerwartet. Es ist das erste Mal seit fast 500 Jahren, dass ein Papst Monaco besucht. Bereits 1538 machte Paul III. nach den französisch-spanischen Friedensverhandlungen in Nizza Station im Fürstentum.

Der eintägige Besuch in Monaco ist die zweite Auslandsreise des seit Mai 2025 amtierenden Kirchenoberhauptes. Seine erste Reise führte ihn Ende November für sechs Tage in die Türkei und in den Libanon. Fürst Albert II. hatte ihn Mitte Jänner im Vatikan persönlich eingeladen. Vom 13. bis 23. April plant Leo XIV. eine Reise in vier afrikanische Länder.

Am Sonntag feiert der Papst die Palmsonntagsmesse auf dem Petersplatz, die die Karwoche einleitet und für ihn bis Ostern (5./6. April) ein umfangreiches Programm bereithält.