Mullah-Zentrum in Wien: Experte fordert sofortige Schließung
Tumulte vor der Wiener Imam-Ali-Moschee sorgen für Aufsehen. Anhänger und Gegner des iranischen Regimes gerieten aneinander. Ein Experte warnt: Das Zentrum ist ein direkter Arm Teherans. Er fordert jetzt die Schließung der umstrittenen Einrichtung.
Nach Tumulten rund um das Islamische Zentrum Imam Ali (IZIA) in Wien-Floridsdorf, bei denen kürzlich Anhänger und Gegner des iranischen Regimes aufeinandertrafen, rückt die umstrittene Einrichtung erneut ins Zentrum der Debatte. Laut Sicherheitsberichten und Experten gilt sie als Knotenpunkt iranischer Einflussnahme in Österreich. In dem von Teheran geprägten Umfeld werden Inhalte verbreitet, die eine religiös-politische Herrschaftsideologie vertreten und Israel das Existenzrecht absprechen. Für den Extremismusforscher Heiko Heinisch ist die Sache klar: „Eigentlich hätte es schon längst geschlossen werden müssen.“
Nach der angemeldeten Demonstration kam es laut Augenzeugen zu Ausschreitungen. Dabei sollen unter anderem Eisenstangen geworfen worden sein. Mehrere Personen erlitten augenscheinlich Verletzungen. Die Polizei steht erneut im Großeinsatz ink. kräften der WEGA pic.twitter.com/jBNtgnDk1J
— Esterreicherr (@Esterreicherr) March 4, 2026
Heinisch: „Vertretung des Mullah-Regimes in Österreich“
Der Politologe wird gegenüber dem exxpress deutlich: „Selbstverständlich“ gelte die Warnung vor iranischen Netzwerken auch für Wien. Das Zentrum müsse „als Vertretung des Mullah-Regimes in Österreich betrachtet werden“, auch weil der Leiter direkt im Umfeld Khameneis bestimmt worden sei.
Zudem habe das IZIA eng mit dem mittlerweile verbotenen Islamischen Zentrum Hamburg kooperiert. Heinischs Studien kommen zu einem klaren Befund: Die Moschee vertrete „die Interessen der Islamischen Republik Iran“ und verbreite ein strikt feindbildorientiertes Weltbild.
„Dissidenten bedroht – Netzwerk bis in Botschaft“
Noch brisanter: Laut Heinisch ist das Zentrum Teil eines Netzwerks, in dem auch Mitarbeiter der iranischen Botschaft verkehren – „aller Wahrscheinlichkeit nach auch Angehörige der Revolutionsgarden und des Geheimdienstes“. Mehrere iranische Dissidenten hätten berichtet, „dass sie von Mitarbeitern des Zentrums bedroht wurden“.
Für Heinisch steht fest: „Meiner Meinung nach hätte es schon vor langer Zeit geschlossen werden müssen.“ Spätestens nach der brutalen Niederschlagung der Proteste im Iran sei ein Vorgehen überfällig, um „die illegitimen Aktivitäten des Regimes auf europäischem Boden einzuschränken“.
Anschläge, Agenten, Attentate
Wie ernst die Gefahr ist, zeigt ein Blick zurück: 1989 wurden in Wien drei kurdische Oppositionelle von iranischen Agenten ermordet – die Täter entkamen über die Botschaft. 2018 wurde ein geplanter Bombenanschlag in Paris vereitelt, gesteuert von einem iranischen Diplomaten aus Wien. „Die Botschaft diente als Operationsbasis“, sagt Heinisch. Für ihn ist das ein klares Muster: Iran nutzt diplomatische Vertretungen zur Vorbereitung von Anschlägen in Europa.
„Österreich muss endlich handeln“
Für Heinisch liegt das Problem auch in politischer Naivität: Europa habe zu lange auf Diplomatie gesetzt, während Teheran seine Strukturen systematisch ausbaue. Gerade Wien habe sich im Zuge der Atomverhandlungen zu nachsichtig gezeigt. Seine Forderung ist eindeutig: Das Imam-Ali-Zentrum stehe auf iranischem Grund in einem Gewerbegebiet, in dem keine Moschee betrieben werden dürfe – dennoch geschehe genau das seit Jahren. Die Behörden müssten „endlich österreichisches Recht durchsetzen und das Zentrum schließen“.
Auch bei der iranischen Botschaft sieht Heinisch Handlungsbedarf: Solange diese für Terrorplanung genutzt werde, müssten die diplomatischen Beziehungen reduziert und das Personal drastisch verringert werden. Österreich dürfe sich nicht länger „auf der Nase herumtanzen lassen“, sondern müsse konsequent gegen diese „Propaganda-Zentrale des Regimes“ vorgehen.
Verherrlichung von Terror-Führern
Im Zentrum selbst werden führende Figuren des Regimes wie Ali Khamenei oder Qassem Soleimani offen verherrlicht. Nach Khameneis Tod wurde er dort als „Märtyrer“ gefeiert – inklusive religiöser Ehrentitel und Koranverse.
Trotz all dessen bleibt das Zentrum bislang unbehelligt. Ermittlungen wurden eingestellt oder gar nicht erst geführt. Sicherheitsberichte sehen Hinweise auf Verbindungen zu iranischen Nachrichtendiensten und mögliche Nähe zu Hisbollah-Strukturen. Während Deutschland vergleichbare Einrichtungen bereits verboten hat, begnügen sich österreichische Behörden mit Beobachtung – und geraten dafür zunehmend unter Druck.
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