Nach Brand in Crans-Montana: Italien will Sprühkerzen in Lokalen verbieten
Nach der Brandkatastrophe in einer Bar im Skiort Crans-Montana denkt Italien an ein Verbot für Sprühkerzen in Lokalen. Regierungschefin Giorgia Meloni betonte das am Freitag in Rom. Den Schweizer Ermittlern zufolge wurde der Brand im Keller der Bar offenbar durch Sprühkerzen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden.
“Die italienischen Vorschriften sind strenger als jene in der Schweiz, aber ich denke, dass man, wenn solche Dinge passieren, immer überlegen sollte, was man daraus lernen kann. Wir müssen über die Möglichkeit nachdenken, Sprühkerzen in Innenräumen zu verbieten”, so die italienische Meloni bei der traditionellen Jahresabschluss-Pressekonferenz am Freitag in Rom.
Meloni verfolgt die Ermittlungen in der Schweiz
“Was in Crans-Montana passiert ist, ist kein Unglück, sondern das Ergebnis von zu vielen Menschen, die ihre Arbeit nicht gemacht haben oder die dachten, sie könnten leicht Geld verdienen. Ich habe gelesen, dass es angeblich Videos gibt, die die Verantwortliche des Lokals zeigen, wie sie mit der Kasse wegläuft. Wenn das stimmt, denke ich, dass man unnachgiebig vorgehen muss”, so Meloni.
Die italienische Regierung verfolge die Ermittlungen über die Brandkatastrophe. “Wir sind bereit, den Familien jede notwendige Unterstützung zu geben. Die Familien haben mein Wort: Sie werden nicht allein gelassen”, so Meloni. Sechs italienische Teenager sind beim Brand ums Leben gekommen. Weitere elf Personen werden wegen schweren Brandwunden im Mailänder Krankenhaus Niguarda behandelt.
Meloni nahm an Gottesdienst für Opfer in Rom teil
Meloni, zahlreiche Minister ihrer Regierung und Vertreter des Parlaments und der Opposition nahmen am Freitagnachmittag an einer Gedenkmesse teil. Anwesend waren die Angehörigen der italienischen Opfer. Vor dem Gottesdienst, der vom römischen Kardinal Baldassarre Reina zelebriert wurde, sprachen Meloni und weitere Politiker kurz mit den Eltern zweier Opfer.
Die Familien der in Crans-Montana getöteten oder verletzten italienischen Jugendlichen wollen zusammen einen Anwalt in der Schweiz beauftragen. “Da der Hauptprozess wegen des Brandes in der Schweiz stattfinden wird, suchen wir einen Anwalt dort”, sagte Umberto Marcucci, Vater des 16-jährigen Manfredi Marcucci, der im Mailänder Krankenhaus Niguarda behandelt wird. Es sei wichtig, einen einzigen Ansprechpartner für alle Familien zu haben. Marcucci forderte, dass der italienische Staat sich an einem möglichen Prozess gegen die Betreiber des Lokals “Le Constellation” beteilige.
Kommentare