Nach der gescheiterten SPÖ-Revolte sorgt nun Finanzminister Markus Marterbauer mit deutlichen Worten für Aufsehen. Im Fall einer Abwahl von Parteichef Andreas Babler „wäre ich mit ihm gegangen“, betonte Marterbauer bei einer Veranstaltung der Kleinen Zeitung. Die parteiinternen Turbulenzen der vergangenen Wochen kommentierte er damit ungewöhnlich deutlich.

Eine mögliche Kampfkandidatur von Ex-Kanzler Christian Kern gegen Babler habe er skeptisch gesehen. „Ich hätte das für keine gute Idee befunden“, so Marterbauer.

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Parallel dazu drückt der Finanzminister beim Budget aufs Tempo. Das Doppelbudget für 2027 und 2028 soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause beschlossen werden. Am Kurs der Budgetsanierung werde festgehalten, betont Marterbauer. „Teure Geldgeschenke“ schließt er aus. Neue Vorhaben müssten von den jeweiligen Ressorts vollständig gegenfinanziert werden.

Ruhestand nach der Legislaturperiode

Dass seine politische Karriere zeitlich begrenzt ist, steht für ihn ohnehin fest. Er werde nur diese Legislaturperiode absolvieren und 2029 in Pension gehen – das habe er seiner Frau versprochen.

Rückblickend beschreibt der Ökonom seinen Einstieg in die Politik als weniger kompliziert als befürchtet. Politische Abläufe seien „nicht so hintergründig“. Ein Abend im Rahmen einer Landeshauptleute-Konferenz sei ihm als „skurrilster“ seiner bisherigen Amtszeit in Erinnerung geblieben – dort sei mehr gegessen und getrunken als verhandelt worden.