Nach Hausbrand: Betroffene Familie fordert Aufklärung von BMW
Mehr als zwei Jahre nach dem verheerenden Brand eines Wohnhauses in Abtenau ist die Ursache des Feuers noch immer umstritten. Die betroffene Familie sieht einen technischen Defekt an einem in der Garage abgestellten BMW als Auslöser – und verweist auf einen inzwischen bekannten Rückruf. Der Autobauer weist jedoch jede Verbindung entschieden zurück.
Im Oktober 2023 wurde das Gebäude der Familie schwer beschädigt. Neben Wohnräumen befand sich im Haus auch eine Werkstätte, insgesamt waren drei Wohnungen betroffen. Das Feuer breitete sich rasch aus, wie Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr später berichteten.
Nach Angaben der Familie habe ein gerichtlich bestellter Sachverständiger bereits am Tag des Brandes eine mögliche Ursache identifiziert. Demnach sei ein technischer Defekt im Motorraum des BMW X3 ausschlaggebend gewesen. Konkret sei eine elektrische Leitung betroffen gewesen.
Für Rebecca Oberreiter, die damals im Haus lebte, war die Diagnose eindeutig. Der Gutachter habe unmittelbar nach der Begutachtung das Fahrzeug als Brandherd ausgemacht.
Rückruf sorgt für neue Brisanz
Die Angelegenheit gewann neue Dynamik, als bekannt wurde, dass das betreffende Fahrzeug nach heutigem Stand unter eine Sicherheitsrückrufaktion falle. Laut Familie lässt sich über die Eingabe der Fahrzeugidentifikationsnummer online nachvollziehen, dass das Modell inzwischen von einem Rückruf betroffen ist und in einer Werkstatt überprüft werden müsste.
BMW hatte in den vergangenen Jahren wiederholt Rückrufaktionen gestartet, um mögliche technische Mängel zu beheben. Betroffene Fahrzeuge werden dabei zur Kontrolle oder Nachbesserung einbestellt, um Gefahren vorzubeugen.
Hersteller weist Zusammenhang zurück
Der Konzern sieht das jedoch anders, und reagierte mit einer Stellungnahme. Man bedauere das Schicksal der Familie, könne jedoch einen Zusammenhang mit dem aktuellen Produktsicherheitsrückruf ausschließen. Nach Abgleich der Fahrgestellnummer sei das betroffene Fahrzeug nicht vom derzeitigen Rückruf zum Magnetschalter im Starter betroffen, erklärte ein Sprecher.
Zudem äußerte das Unternehmen Zweifel an der Aussagekraft des vorliegenden Gutachtens. Aus Sicht der Kundenabteilung sei dieses nicht geeignet, die Brandursache eindeutig zu belegen.
Neuer weltweiter Rückruf wegen Brandgefahr
Rückrufaktionen sind bei BMW keine Seltenheit. Erst diese Woche wurde eine weitere Rückrufaktion bekannt. Laut Eintrag in der Datenbank des Kraftfahrt-Bundesamt betrifft die Maßnahme weltweit mehr als 337.000 Fahrzeuge, davon knapp 30.000 in Deutschland.
Betroffen sind unter anderem Modelle wie i5, 7er, M5, 5er und i7 aus dem Produktionszeitraum von Juni 2022 bis Dezember 2025. Als möglicher Grund wird eine fehlerhafte Verlegung des Cockpit-Kabelbaums genannt. Im Zusammenhang mit Wartungsarbeiten könnte es demnach zu Beschädigungen kommen, die im schlimmsten Fall Kurzschlüsse, Rauchentwicklung oder Brände verursachen. Die Fahrzeuge sollen überprüft und gegebenenfalls nachgebessert werden.
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