Das Europäische Parlament hat insgesamt 3,7 Millionen Euro aus dem Europäischen Globalisierungsanpassungsfonds (EGF) freigegeben. Davon entfallen 1,8 Millionen Euro konkret auf Arbeitnehmer des Motorradherstellers KTMS, die ihren Arbeitsplatz verloren haben. Insgesamt profitieren 836 Menschen in Österreich und Belgien von den Maßnahmen.

Die Finanzierung ist klar aufgeteilt: 60 Prozent der Kosten übernimmt die EU-Kommission, während 40 Prozent – rund 1,2 Millionen Euro – vom österreichischen Arbeitsmarktservice getragen werden.

Unterstützung bei Jobsuche und Qualifikation

Die Mittel sind zweckgebunden und sollen gezielt in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen fließen. Dazu zählen unter anderem: individuelle Berufsberatung, Unterstützung bei der Jobsuche oder gezielte Weiterbildungsangebote. Im Fokus stehen insbesondere gering qualifizierte und benachteiligte Arbeitnehmer, die es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer haben.

Unterstützung läuft bereits – Kosten werden rückwirkend gedeckt

Die Hilfsmaßnahmen sind nicht erst jetzt gestartet. Bereits im März 2025 haben österreichische Behörden begonnen, betroffene Arbeitnehmer zu unterstützen. Die nun freigegebenen EU-Mittel ermöglichen es, diese bereits entstandenen Kosten rückwirkend zu refinanzieren.

Fonds greift bei Massenentlassungen

Der eingesetzte Europäische Globalisierungsanpassungsfonds kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Unternehmen mehr als 200 Mitarbeiter entlässt. Im Zeitraum 2021 bis 2027 verfügt der Fonds über ein jährliches Budget von 35 Millionen Euro. Er kann zwischen 60 und 85 Prozent der Kosten für Programme übernehmen, die Betroffenen den Weg zurück in Beschäftigung oder Selbstständigkeit erleichtern sollen.

Politische Reaktionen: Zustimmung – aber auch Kritik

Die Freigabe der Mittel stößt politisch auf Zustimmung, wird jedoch nicht uneingeschränkt positiv bewertet. Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) begrüßte die

Unterstützung ausdrücklich. Auch die oberösterreichische EU-Abgeordnete Angelika Winzig (ÖVP) sieht darin ein wichtiges Signal, nachdem die Insolvenz die Wirtschaftslandschaft in Oberösterreich erschüttert habe.

Gleichzeitig äußerte Evelyn Regner (SPÖ) Kritik: Gewinne würden häufig privatisiert, während im Fall unternehmerischen Scheiterns die Verluste von der Allgemeinheit getragen würden.