Ein totes Kind, eine inhaftierte Mutter und eine Gasse, in der niemand etwas gesehen oder gehört haben will. Nach dem grausamen Tod des elfjährigen Samuel in einem Wohnblock im steirischen Leoben verdichten sich die Hinweise auf eine Tat im engsten Familienkreis. Während die 39-jährige Mutter vom Krankenhaus ins Gefängnis überstellt wurde, zeichnen neue Details ein erschütterndes Bild vom mutmaßlichen Tathergang und werfen drängende Fragen auf.

Junge erschien nicht in der Schule

Am vergangenen Freitag wurde im gelben Wohnblock in Leoben ein totes Kind entdeckt. Wie berichtet, soll der elfjährige Samuel von seiner eigenen Mutter getötet worden sein. Der Junge erschien an diesem Tag nicht mehr in der Schule.

Die 39-jährige Mutter hatte selbst den Notruf gewählt, nachdem sie sich verletzt haben soll. Vom Krankenhaus wurde sie später in eine Justizanstalt überstellt. Seitdem werden nach und nach neue Details bekannt.

Laut Informationen der Krone soll Michaela S. ein Küchenmesser genommen und das Wohnzimmer der kleinen Wohnung betreten haben, in dem sich ihr Sohn aufhielt. Die genaue Uhrzeit ist bislang unklar. Fest steht: Samuel war gerade einmal elf Jahre alt.

„Völliger psychischer Ausnahmezustand“

Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Tat in einem „völligen psychischen Ausnahmezustand“ ereignet hat. Demnach soll die Frau ihrem Sohn den Hals aufgeschlitzt haben, und zwar nicht durch einen Stich oder einen einzigen Schnitt.

Ein toxikologisches Gutachten liegt bislang nicht vor. Offen bleibt daher auch die Frage, wie es möglich war, dass der Bursche offenbar keine Gegenwehr leistete.

Über ihre mögliche Erkrankung und das Motiv spricht die tatverdächtige Mutter kaum. Zu den Hintergründen der Tat äußerte sie sich nur mit einem Satz, der selbst erfahrene Ermittler erschütterte:„Der Bub war vom Teufel besessen!“

Gerüchte im Netz – Polizei dementiert

Während die Ermittlungen laufen, überschlagen sich im Internet die Spekulationen. So wird beispielsweise diskutiert, ob das Kind seine Mutter angegriffen haben könnte, warum sie keine psychologische Hilfe erhielt oder ob eine dritte Person beteiligt gewesen sein könnte. Letzteres weist die Polizei klar zurück: Es gibt keinerlei Hinweise auf die Beteiligung einer weiteren Person.

In der Gasse selbst herrscht unterdessen Schweigen. Die Nachbarn wirken distanziert und fast teilnahmslos.