Am Straflandesgericht ist ein 42-jähriger Mann aus der Steiermark wegen beharrlicher Verfolgung verurteilt worden. Der gelernte Maurer soll über Monate hinweg eine Nachbarin massiv belästigt und wiederholt deren Privatsphäre verletzt haben. Die Vorfälle ereigneten sich laut Anklage fast ausschließlich nachts und nahmen mit der Zeit an Intensität zu.

Der Mann soll regelmäßig um das Haus der Frau geschlichen sein, an Jalousien gerüttelt und durch Fenster in ihre Wohnung geblickt haben. In zumindest zwei Fällen verschaffte er sich unerlaubt Zutritt zu dem Gebäude. Der schwerwiegendste Vorfall führte schließlich zur Anzeige: Der Angeklagte legte sich laut Aussage der Betroffenen nackt in ihr Bett, während sie schlief.

Situation war „extrem beängstigend“

Vor Gericht schilderte die Frau die Situation als extrem beängstigend. Sie sei aus dem Schlaf gerissen worden und habe laut geschrien, als sie den Mann in ihrem Schlafzimmer bemerkte. Zwar sei es zu keiner körperlichen Gewalt gekommen, dennoch habe sie sich danach in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr sicher gefühlt. Besonders belastend sei gewesen, dass sie den Mann aus der Nachbarschaft kannte.

Der Angeklagte führte sein Verhalten auf Alkoholmissbrauch zurück und bestritt Teile der Vorwürfe. Das Gericht folgte jedoch der Staatsanwaltschaft und sprach ihn schuldig. Verhängt wurden 14 Monate Haft auf Bewährung sowie die Anordnung einer Psycho- und Alkoholtherapie. Bei weiteren Vorfällen droht eine unbedingte Haftstrafe.