Neues Supermarktkonzept sorgt für Uneinigkeit zwischen SPAR und BILLA
BILLA und SPAR gehen unterschiedliche Wege mit der „Stillen Stunde“. Während sich der eine Supermarkt-Riese auf überwiegend positive Rückmeldungen stützt, sieht der andere kaum Nutzen in der ruhigen Einkaufszeit. Ein Konzept, das die Gemüter spaltet.
BILLA und SPAR gehen unterschiedliche Wege mit der „Stillen Stunde“ – während BILLA begeistert, bleibt SPAR skeptisch.APA/ZOE-SOPHIE ZIMMERMANN
Die „Stille Stunde“ in Supermärkten ist ein Konzept, das Menschen mit Autismus das Einkaufen erleichtern soll. Während BILLA von den überwiegend positiven Reaktionen begeistert ist und das Modell weiter ausbauen möchte, ist SPAR alles andere als überzeugt. Die „Stille Stunde“ könnte in Zukunft in ganz Österreich eingeführt werden, doch nicht alle sehen darin einen Erfolg.
BILLA setzt auf „Stille Stunde“: Positive Rückmeldungen aus der Kundschaft
BILLA hat 2021 in einer Filiale in Wien die „Stille Stunde” eingeführt. Dieses Modell wird mittlerweile in 49 Filialen in Österreich umgesetzt. Die Reaktionen der Kunden? Überwiegend positiv. Der Supermarkt-Riese erhält eigenen Angaben zufolge viele Rückmeldungen, dass das Einkaufen für Menschen mit Autismus und anderen Sensibilitäten erleichtert wird. Die Mitarbeitenden der Märkte freuen sich ebenfalls über die ruhige Zeit, heißt es bei BILLA. Für das Jahr 2026 ist geplant, das Konzept weiter auszubauen und die „Stille Stunde“ in noch mehr Filialen einzuführen.
SPAR: „Stille Stunde funktioniert nicht“
Im Gegensatz dazu hält SPAR wenig von der „Stillen Stunde“. „Wir haben keine generelle ‚Stille Stunde‘“, erklärt der Konzern auf Nachfrage. Zwar gab es in Graz einzelne Tests und Veranstaltungen, grundsätzlich steht SPAR dem Konzept jedoch skeptisch gegenüber. „Solche Sonderstunden funktionieren nie, weil sie das Leben der Betroffenen mehr einschränken als verbessern“, so die SPAR-Pressesprecherin. Menschen würden dazu gezwungen, genau zu dieser Stunde einzukaufen, was ihrer Ansicht nach nicht praktikabel sei. „Niemand will sich heutzutage so einschränken lassen“, so die kritische Haltung des Unternehmens.
SPAR lässt den Filialen freie Hand – aber ohne Begeisterung
Die Einführung einer „Stillen Stunde“ kann bei SPAR nicht von den Filialen selbst entschieden werden. Dies können lediglich selbstständige SPAR-Kaufleute entscheiden, allerdings bietet laut der SPAR-Pressesprecherin „meines Wissens nach“ niemand dies an. Ein klares Bekenntnis zur „Stillen Stunde“ bleibt somit aus.
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