„Nicht links zu sein gilt als unanständig“: Agenda-Austria-Podcast rechnet ab
Michael Fleischhacker und Franz Schellhorn zeichnen in einer pointierten Debatte ein düsteres Bild des heimischen Journalismus. Ihr Vorwurf: Viele Redaktionen seien ideologisch nach links gekippt, konservative Stimmen würden an den Rand gedrängt und der ORF verliere immer mehr die Balance.
Selten wurde die Schlagseite des heimischen Medienbetriebs so offen und so schonungslos beschrieben wie in der jüngsten Folge des Agenda-Austria-Podcasts „Das Weekly“. Zu Gast bei Sandra Keplinger waren der frühere „Presse“- und „Standard“-Chefredakteur Michael Fleischhacker sowie Agenda-Austria-Direktor Franz Schellhorn. Was folgte, war keine höfliche Medienschelte, sondern eine grundsätzliche Abrechnung mit Redaktionen, journalistischen Milieus und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.
Braucht es öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten wie den ORF in ihrer heutigen Form überhaupt noch?
— Agenda Austria (@AgendaAustria) March 20, 2026
Franz Schellhorn und Sandra Keplinger diskutieren mit dem Studiogast Michael Fleischhacker darüber, wie links der Journalismus heute ist. pic.twitter.com/BlHEMTcU6Z
„Vorsicht, rechtes Narrativ.“
Fleischhacker bringt es auf den Punkt. Viele Journalisten kämen aus Schulen und Universitäten und hätten dort gelernt, „dass es unanständig ist, nicht links zu sein“. Wer konservativ oder liberal denke, halte sich im Alltag oft lieber zurück. Das habe Folgen. Themen würden anders gewichtet, manche Perspektiven gar nicht erst aufgegriffen. In Redaktionen heiße es bei heiklen Themen schnell: „Vorsicht, rechtes Narrativ.“ Eine offene Debatte werde dadurch erschwert.
Eine Demokratie braucht keinen Staatsfunk.“
Besonders kritisch sieht Fleischhacker die Sprache im Journalismus. Der Begriff „konservativ“ sei weitgehend verschwunden. Alles, was nicht links sei, werde rasch als „rechts“ eingeordnet – und damit indirekt delegitimiert. Auch Schellhorn sieht ein klares Ungleichgewicht. Nicht die Bevölkerung habe sich stark verändert, sondern Medien und Politik seien „wahnsinnig weit nach links gerutscht“. Dadurch wirke vieles plötzlich extrem, was früher normal gewesen sei.
Heftige Kritik gibt es auch am ORF. Schellhorn sagt klar: „Eine Demokratie braucht keinen Staatsfunk.“ Und weiter: Ö1 sei mittlerweile eine „ökosozialistische Ertüchtigungsanstalt – von früh morgens bis spät abends“. Fleischhacker ergänzt: Wer glaube, weniger Geld für den ORF würde die Demokratie gefährden, stelle ein fragwürdiges Demokratieverständnis zur Schau.
Kommentare