Die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2026 im Mailänder Giuseppe-Meazza-Stadion hätte sportlich im Mittelpunkt stehen sollen – doch sorgt ausgerechnet die ARD-Moderation für Aufregung. Der Vorwurf: Während beim Einmarsch der iranischen Delegation politische Hintergründe nur vorsichtig gestreift worden seien, habe man die Situation bei Israel allzu kritisch beäugt.

Moderiert wurde die Übertragung von Sportkommentator Tom Bartels und Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo. Beim Einmarsch der iranischen Delegation sei zwar betont worden: „Die Politik lässt sich aus einer solchen Veranstaltung nicht heraushalten“, doch was genau in den vergangenen Wochen geschehen ist und wer dafür die Verantwortung trägt, sei vollständig unerwähnt geblieben, wie Apollo News berichtet. Bartels habe lediglich gesagt, die Nachrichten aus dem Iran seien „furchtbar“.

Kritik gegenüber Israel - Schweigen beim Iran

Di Lorenzo habe anschließend rasch eine positive Entwicklung hervorgehoben: Das iranische Regime habe zum ersten Mal eine Frau ins Olympische Komitee gewählt. Dazu sagte er: „Vielleicht setzt sie sich ja dafür ein, dass Schwimmerinnen endlich an internationalen Wettbewerben teilnehmen können“.

Wenige Minuten später, beim Einmarsch der israelischen Delegation, seien deutlich Pfiffe und Buh-Rufe zu hören gewesen. Hier ordneten die Moderatoren die Lage gleich politisch ein. Di Lorenzo erklärte: „In Italien gibt es eine extrem israelkritische Öffentlichkeit und viele Sympathien für die Sache der Palästinenser“. Zugleich sagte er, die israelischen Sportler täten ihm „immer so leid“, weil sie „wirklich nichts für die Regierung Netanjahu können“.

Es wirkt irritierend, dass die Gewalt des iranischen Regimes in der Moderation keine klare Erwähnung finde, während die israelische Regierung wie selbstverständlich als politischer Bezugspunkt herangezogen werde.