„Pandemiesimulation“ vor Corona: Brisante Mails zwischen Epstein und dem Gates-Umfeld
Bereits lange vor dem Ausbruch von Corona sollen sich Jeffrey Epstein und das Umfeld von Bill Gates mit Themen wie Infektionskrankheiten, Impfstoffentwicklung und Pandemie-Szenarien beschäftigt haben.
Neu veröffentlichte US-Dokumente legen nahe, dass der Austausch intensiver war als bislang bekannt und das, obwohl Epstein zu diesem Zeitpunkt bereits verurteilt war.
Das Beziehungsgeflecht des verurteilten Sexualstraftäters und Finanzinvestors soll dabei weit in einflussreiche Kreise gereicht haben. Besonders bemerkenswert sei der frühe Kontakt ins Umfeld der Bill & Melinda Gates Foundation. Schon 2009, kurz nach seiner Haftentlassung, stand demnach Epstein wieder in Verbindung mit Boris Nikolic, dem langjährigen Wissenschaftsberater der Stiftung. Über die entsprechenden E-Mails und Dokumente berichtete unter anderem die Berliner Zeitung.
Am 7. Dezember 2009 schrieb Epstein an Nikolic demnach: „Wir werden Spaß haben.“ In der Nachricht ging es um eine Zusammenstellung sogenannter „aufstrebender Stars“ – vor allem Wissenschaftler, die man „gemeinsam besuchen sollte“. Trotz seiner Verurteilung wegen des Missbrauchs minderjähriger Mädchen setzte sich der Austausch mit Epstein fort, so die Berliner Zeitung.
Forschungsthemen und direkte Verbindungen
Ein Großteil des Austauschs lief über Nikolic. In einem Vertragsbrief aus dem Jahr 2013 bat Gates darum, dass Epstein „persönlich als Vertreter“ von Nikolic bei Verhandlungen über dessen Ausscheiden auftreten solle. In dem Schreiben heißt es zudem: „Mr. Gates erkennt an, dass Mr. Epstein eine bestehende kollegiale Beziehung zu Mr. Gates hatte, in deren Rahmen Epstein vertrauliche und/oder geschützte Informationen von Mr. Gates erhielt.“
Strategien zur Pandemievorbereitung
Auch Jahre vor Corona sei das Thema Pandemie in der Korrespondenz aufgetaucht sein. Eine E-Mail aus dem März 2017 handelt von einer „Pandemiesimulation“. Erwähnt wird dabei auch bgC3 („Bill Gates Catalyst 3“), heute bekannt als Gates Ventures.
Finanzierungsmodelle spielten ebenfalls eine Rolle. Am 26. Juli 2011 schrieb Epstein an den damaligen JPMorgan-Manager Jes Staley und an Boris Nikolic über einen „siloartigen Vorschlag, der Bill mehr Geld für Impfstoffe einbringen wird“. Gemeint war offenbar ein klar abgegrenztes Konzept, um zusätzliche Mittel für Impfstoffe zu generieren.
In einer E-Mail vom März 2015 brachte der Präsident des International Peace Institute, Terje Rød-Larsen, ins Gespräch, „wie die WHO offiziell eingebunden werden kann“, um ein „Co-Branding“ zu ermöglichen. Der Betreff lautete „Pandemievorbereitung“. Eine weitere E-Mail aus dem Mai 2017, die Nikolic an Epstein und Gates schickte, nennt „Pandemie“ als zentrales Thema eines sogenannten Donor-Advised Fund (DAF).
Gates gehört zu den Mitinitiatoren der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) und ist seit Jahren eine prägende Figur in der internationalen Gesundheitsförderung. Die Bill & Melinda Gates Foundation gilt als größter privater Geldgeber der Weltgesundheitsorganisation.
Im Oktober 2019 veranstaltete die Stiftung gemeinsam mit dem Johns Hopkins Center for Health Security und dem World Economic Forum die Übung „Event 201“ – ein Szenario, bei dem die weltweite Ausbreitung eines neuartigen Coronavirus simuliert wurde.
Der E-Mail-Verkehr ist auf der Website des US-Justizministeriums einsehbar.
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