Papst Leo XIV. warnt davor, dass die Künstliche Intelligenz die Kreativität von Künstlern bedroht. Auf den kreativen Prozess zu verzichten und Maschinen die eigenen geistigen Fähigkeiten und die Fantasie zu überlassen, bedeute “die Talente zu begraben”, warnte der Pontifex in seiner Botschaft zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel.

“In den letzten Jahren übernahmen KI-Systeme immer mehr die Kontrolle über die Produktion von Texten, Musik und Videos. Ein großer Teil der menschlichen Kreativindustrie läuft so Gefahr, abgebaut und durch das Label ‘powered by AI’ ersetzt zu werden, wodurch Menschen zu passiven Konsumenten von ungedachten Gedanken, anonymen Produkten ohne Urheberschaft und ohne Liebe werden”, schrieb der Papst in dem am Samstag veröffentlichten Text.

"Unsere Stimme droht zu verstummen"

“Auf den kreativen Prozess zu verzichten und Maschinen die eigenen geistigen Fähigkeiten und die Fantasie zu überlassen bedeutet, die Talente zu begraben, die uns geschenkt wurden, um als Menschen in Beziehung zu Gott und zu anderen zu wachsen. Es bedeutet, unser Gesicht zu verbergen und dass unsere Stimme verstummt”, warnte Leo XIV.

Viele Risiken gehen laut Papst von Algorithmen aus, “die darauf ausgelegt sind, Interaktionen in sozialen Medien zu maximieren, was für die Plattformen profitabel ist”. Er warnt insbesondere vor Posts, die “schnelle Emotionen belohnen und dagegen menschliche Ausdrucksformen, die Zeit brauchen – wie das Bemühen, zu verstehen, und die Reflexion – benachteiligen.”

“Indem Gruppen von Menschen in einfache Konsens- und Empörungsblasen eingeschlossen werden, schwächen diese Algorithmen die Fähigkeit zuzuhören und kritisch zu denken und erhöhen die gesellschaftliche Polarisierung”, schrieb der Papst weiter. Oft bestehe ein “naiv-unkritisches Vertrauen in die Künstliche Intelligenz als allwissende ‘Freundin’, die jede Information bereitstellt, jedes Gedächtnis speichert und jeden Rat gibt. “Das kann unsere Fähigkeit, analytisch und kreativ zu denken, Bedeutungen zu erfassen und zwischen Syntax und Semantik zu unterscheiden, weiter untergraben”, so der Pontifex.

Zudem warnte der Papst vor den Risiken für die journalistische Genauigkeit: “Eine fehlende Überprüfung der Quellen zusammen mit der Krise des Journalismus, der die kontinuierliche Sammlung und Verifikation von Informationen direkt am Ort des Geschehens erfordert, schafft ein noch fruchtbareres Terrain für Desinformation und führt zu wachsendem Misstrauen, Verwirrung und Unsicherheit”, so Leo XIV.