Pensionsrechner 2026: So viel Pension steht Ihnen wirklich zu – und was die Regierung plant
Wie hoch wird Ihre Pension wirklich sein? Diese Frage beschäftigt unzählige Österreicher – und sorgt bei vielen für Unsicherheit. Wie berechnet sich die Pension wirklich, wann kann man früher gehen, und was bedeutet die geplante Pensionsreform für Sie? Ein Überblick mit konkreten Beispielen.
Wie viel Pension bleibt später wirklich übrig? Viele Österreicher beginnen erst kurz vor dem Ruhestand zu rechnen.GETTYIMAGES/Milan Jovic
Wie Ihre Pension wirklich berechnet wird
Die Höhe Ihrer späteren Pension hängt im österreichischen System im Wesentlichen von vier Faktoren ab: von der Dauer Ihrer Versicherungszeiten, der Höhe Ihres Einkommens während des Berufslebens, von angerechneten Zeiten – etwa Wehrdienst, Kindererziehungszeiten, Arbeitslosigkeit oder unter bestimmten Voraussetzungen auch Studienzeiten – sowie vom tatsächlichen Alter beim Pensionsantritt.
Viele unterschätzen dabei einen entscheidenden Punkt: Nicht allein das Einkommen bestimmt die Pension, sondern vor allem eine möglichst lange und durchgehende Erwerbsbiografie.
Ein Beispiel zeigt den Unterschied deutlich. Eine Person mit 40 Arbeitsjahren und einem durchschnittlichen Nettoeinkommen von rund 2.500 Euro kann später mit einer Pension von etwa 1.600 bis 1.800 Euro monatlich rechnen. Wer hingegen nur 30 Versicherungsjahre erreicht, selbst bei einem höheren Einkommen von etwa 3.000 Euro netto, landet häufig nur bei rund 1.200 bis 1.400 Euro Pension.
Seit 2005 basiert das österreichische System auf dem sogenannten Pensionskonto. Für jedes Versicherungsjahr werden 1,78 Prozent der jeweiligen Beitragsgrundlage gutgeschrieben und bis zum Pensionsantritt laufend aufgewertet. Alle diese jährlichen Gutschriften zusammen ergeben schließlich den persönlichen Pensionsanspruch.
Die Grundregel ist einfach: Wer früher in Pension geht, muss dauerhafte Abschläge hinnehmen. Wer länger arbeitet, erhöht seinen Anspruch Jahr für Jahr.
Das Pensionskonto: So entsteht Ihre Pension
Das Pensionskonto gilt für alle Personen, die im Jahr 2005 jünger als 50 Jahre waren. Seitdem wird jedes Erwerbsjahr automatisch erfasst und valorisiert. Auf diese Weise wächst Schritt für Schritt der persönliche Pensionsanspruch. Am Ende des Berufslebens ergibt sich daraus eine vergleichsweise einfache Rechnung: Der jährliche Pensionsanspruch wird durch 14 geteilt – denn Pensionen werden in Österreich nicht zwölf-, sondern vierzehnmal pro Jahr ausbezahlt.
Hat jemand beispielsweise einen jährlichen Pensionsanspruch von 32.000 Euro aufgebaut, ergibt sich daraus eine monatliche Bruttopension von rund 2.285 Euro.
Jedes zusätzliche Arbeitsjahr erhöht diesen Betrag dauerhaft. Umgekehrt wirkt sich ein früherer Pensionsantritt lebenslang dämpfend auf die Auszahlung aus – ein Effekt, den viele erst spät realisieren.
Frühpension: Warum früher gehen teuer werden kann
Ein früherer Pensionsantritt ist in Österreich grundsätzlich möglich, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen. Typische Wege sind die Korridorpension, die Langzeitversicherungspension – oft noch als Hacklerregelung bekannt – oder die Schwerarbeitspension. Gerade bei der Korridorpension müssen Versicherte jedoch mit spürbaren Abschlägen rechnen. Für jedes Jahr vor dem gesetzlichen Regelpensionsalter reduziert sich die Pension um rund 5,1 Prozent – und zwar dauerhaft.
Das bedeutet konkret: Wer mit 62 Jahren in Pension geht, erhält etwa 15,3 Prozent weniger. Bei einem Antritt mit 63 Jahren beträgt der Abschlag rund 10,2 Prozent, bei 64 Jahren noch etwa 5,1 Prozent.
Eine ursprünglich erwartete Pension von 2.000 Euro monatlich sinkt bei einem Antritt mit 62 Jahren damit auf rund 1.694 Euro. Über eine längere Bezugsdauer entsteht daraus ein erheblicher Einkommensunterschied.
Neue Regeln ab 2026
Ab 2026 werden die Voraussetzungen zusätzlich verschärft. Das frühestmögliche Antrittsalter für die Korridorpension steigt schrittweise auf 63 Jahre, gleichzeitig erhöht sich die notwendige Versicherungszeit auf 42 Jahre. Neu eingeführt wird außerdem die Möglichkeit einer Teilpension. Dabei können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit reduzieren und gleichzeitig bereits einen Teil der Pension beziehen, während weiterhin neue Ansprüche aufgebaut werden.
Die Richtung ist klar erkennbar: Ein früher vollständiger Pensionsantritt wird künftig schwieriger.
Hacklerregelung: Frühpension für Langzeitarbeiter
Die sogenannte Hacklerregelung entspricht heute der Langzeitversicherungspension und muss klar von der Schwerarbeitspension unterschieden werden. Voraussetzung sind mindestens 540 Beitragsmonate aus tatsächlicher Erwerbstätigkeit – also 45 Arbeitsjahre. Begrenzt angerechnet werden unter anderem Präsenz- oder Zivildienst sowie Kindererziehungszeiten. Studienzeiten zählen grundsätzlich nicht zu diesen Beitragsmonaten.
Wichtig ist jedoch: Auch bei der Langzeitversicherungspension können – abhängig vom tatsächlichen Pensionsantrittsalter – Abschläge anfallen, wenn der Antritt vor dem Regelpensionsalter erfolgt. Ein typischer Fall wäre etwa ein Arbeitsbeginn mit 15 Jahren und das Erreichen von 45 Beitragsjahren mit Anfang 60. Ein früherer Pensionsantritt ist dann grundsätzlich möglich, hängt jedoch stark von der individuellen Versicherungsbiografie ab.
In der Praxis zeigt sich, dass deutlich weniger Menschen diese Voraussetzungen erfüllen, als häufig angenommen wird.
Was die Regierung bis 2026 plant
Um das Pensionssystem langfristig finanzierbar zu halten, setzt die Politik zunehmend auf Maßnahmen, die längeres Arbeiten fördern sollen. Dazu zählen eine höhere Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer ebenso wie ein steigendes faktisches Pensionsantrittsalter, ohne das gesetzliche Regelalter unmittelbar anzuheben. Zusätzlich werden steuerliche Anreize für längere Erwerbstätigkeit diskutiert sowie Maßnahmen zur langfristigen Stabilisierung der Finanzierung umgesetzt.
Für 2026 ist außerdem eine sozial gestaffelte Pensionsanpassung vorgesehen: Pensionen bis rund 2.500 Euro brutto steigen um etwa 2,7 Prozent, darüber erfolgt eine Anpassung über einen Fixbetrag.
Die politische Stoßrichtung bleibt damit eindeutig: Ein längeres Berufsleben soll attraktiver werden.
Altersvorsorge: Was Sie selbst tun können
Viele Fachleute gehen davon aus, dass die staatliche Pension künftig allein nicht immer ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard zu sichern. Private Vorsorge gewinnt daher zunehmend an Bedeutung. Möglichkeiten reichen von steuerbegünstigten Vorsorgemodellen für Selbständige über private oder fondsgebundene Pensionsversicherungen bis hin zu langfristigem Wertpapier- oder ETF-Sparen. Auch eine schuldenfreie Immobilie kann die Lebenshaltungskosten im Alter deutlich senken.
Wer Zugang zu einer betrieblichen Altersvorsorge hat, sollte diese ebenfalls nutzen. Zusätzlich können unter bestimmten Voraussetzungen freiwillige Beiträge helfen, fehlende Versicherungszeiten zu ergänzen.
Beispiel: Die 55-Jährige aus Linz
Sabine ist 55 Jahre alt, verdient derzeit rund 3.200 Euro netto und verfügt über 40 Versicherungsjahre. Grundsätzlich wäre ein früherer Pensionsantritt möglich, allerdings nur mit entsprechenden Abschlägen. Bei einem regulären Antritt mit 65 Jahren könnte sie mit einer Pension von rund 2.290 Euro monatlich rechnen.
Bleibt sie hingegen drei Jahre länger im Erwerbsleben, erhöht sich ihre Pension um etwa 290 Euro pro Monat. Über einen Zeitraum von 20 Jahren entspricht das rund 69.600 Euro zusätzlicher Pension.
Dem stehen allerdings drei weitere Arbeitsjahre mit einem Einkommen von insgesamt rund 115.200 Euro gegenüber. Ob sich ein früherer Pensionsantritt lohnt, hängt daher stark von Gesundheit, Lebensplanung und persönlichen Prioritäten ab.
Die neue Pensionsrealität
Das österreichische Pensionssystem steht angesichts steigender Lebenserwartung und kleinerer Erwerbsjahrgänge zunehmend unter Druck. Die Folgen zeigen sich bereits heute deutlich. Früher in Pension zu gehen wird schwieriger – und langfristig teurer.
Wer seinen Lebensstandard im Alter sichern möchte, sollte sich frühzeitig mit seiner tatsächlichen Pensionshöhe auseinandersetzen und zusätzliche Vorsorge rechtzeitig einplanen.
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