Person in Epsteins Zellentrakt? Neue Protokolle werfen Zweifel an Selbstmord auf
War es doch kein Selbstmord? Neu veröffentlichte Unterlagen des US-Justizministeriums, über die zunächst der Sender CBS News berichtete, stellen die bisherige offizielle Darstellung der Todesnacht von Jeffrey Epstein infrage.
Aus Video-Auswertungsprotokollen geht hervor, dass Ermittler auf Überwachungsaufnahmen vom 9. August 2019 gegen 22:39 Uhr eine orangefarbene Gestalt auf einer Treppe zu dem isolierten Zellentrakt sahen, in dem Epstein untergebracht war.
Ein internes FBI-Protokoll beschreibt die Figur als „möglicherweise einen Häftling“. Das Büro des Generalinspektors wertete dieselbe Szene dagegen als Justizvollzugsbeamten, der Wäsche oder Bettzeug transportiert habe. Neu ist, dass nun schriftlich belegt ist, wie Ermittler das Video damals bewerteten – und dass diese Einschätzungen den späteren offiziellen Aussagen widersprechen. In offiziellen Berichten war von dieser Beobachtung bislang keine Rede. Frühere Aussagen hochrangiger Behördenvertreter lauteten, in jener Nacht habe niemand Epsteins Trakt betreten.
Die Dokumente sind Teil einer umfangreichen Veröffentlichung von mehr als drei Millionen Seiten zu Epstein. Sie zeigen zudem, dass diensthabende Beamte zentrale Kontrollgänge versäumten und Erinnerungslücken zu den Ereignissen der Nacht haben. Die einzige funktionierende Kamera erfasste den Zugang zu Epsteins Trakt nur teilweise, sodass nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich weitere Personen unbeobachtet näherten.
Epstein wurde am Morgen des 10. August tot in seiner Zelle gefunden. Offiziell wurde sein Tod als Suizid eingestuft. Ein exakter Todeszeitpunkt wurde jedoch nie bestimmt. Die neuen Unterlagen dürften die anhaltenden Zweifel an der Untersuchung weiter verstärken.
Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partner-Portal NIUS erschienen.
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