Pilotprojekt mit sterilen Tigermückenmännchen in Graz mit Erfolgen
Ein österreichweit einzigartiges Projekt im Kampf gegen die Asiatische Tigermücke hat in Graz im Vorjahr Erfolg gebracht. Das Projekt soll 2026 fortgesetzt werden, hieß es am Montag.
Mehr als 800.000 sterile Mücken-Männchen wurden ab Mitte August für eine Markierungs-Freisetzungs-Wiederfang-Studie in einer Grazer Heimgartenanlage freigelassen. Sie begatteten die blutsaugenden Weibchen, wodurch die Schlupfrate bei den Eiern um rund 70 Prozent reduziert werden konnte.
Die schwarz-weiß gemusterte Stechmücke wurde in den vergangenen Jahren eingeschleppt und hat sich in den Städten bereits etabliert. Graz ist besonders betroffen. Im Gegensatz zu heimischen Gelsen ist die Tigermücke auch tagsüber aktiv und nicht hörbar. Außerdem kann sie gefährliche Krankheiten übertragen. Männchen stechen nicht, nur Weibchen benötigen das Blut für die Versorgung der Eier. Seit Jahren appelliert das Grazer Gesundheitsamt, stehende Gewässer in Gärten regelmäßig zu entleeren oder vor Eiablagen zu schützen, dennoch wurde die Tigermücke in vielen Gärten zur Plage.
Reduktion um rund 70 Prozent
Im Vorjahr konnte die zur Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) gehörende Forschungseinrichtung im niederösterreichischen Seibersdorf als Projektpartner gewonnen werden. Zusammen mit den Forscherinnen wurden anstatt von zuerst 600.000 sogar 804.500 sterile Männchen über einen Zeitraum von mehreren Wochen ausgesetzt. Die durch Bestrahlung unfruchtbar gemachten Mücken mischten am “Heiratsmarkt” offenbar kräftig mit, denn schon nach zwei Wochen zeigten sich Erfolge der sogenannten Sterile-Insekten-Technik (SIT)-Methode.
Erwin Wieser, Experte für strategischen Infektionsschutz in Graz, erklärte, dass die Schlupfraten im Aktionsgebiet der Studie von zunächst 0,66 auf 0,22 zurückgegangen sind. Das bedeutet, dass von zuerst 100 Eiern etwa 66 lebensfähig waren und nach der Aussetzung der sterilen Männchen nur noch etwa 22 von 100 Eiern. Das entspricht einer Reduktion von rund 70 Prozent. Im Kontrollgebiet, wo keine bestrahlten Mücken freigesetzt wurden, stieg die Rate dagegen sogar ein wenig an. Zusätzlich wurden auch Lebendfallen aufgestellt und auch dabei zeigte sich, dass nach dem Freilassen der sterilen Männchen teilweise bis zu 70 Prozent weniger Mücken in die Fallen gegangen sind.
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