Die Debatte rund um den Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann nimmt eine neue Wendung. PR-Berater Wolfgang Rosam hat nun öffentlich einen Namen genannt, der hinter einer mutmaßlichen Intrige gegen den früheren ORF-Chef stehen könnte.

In einem Interview auf oe24.TV erklärte Rosam, er habe aus verschiedenen Kreisen gehört, dass es sich bei der Affäre um einen möglichen „Racheakt“ handeln könnte. Hintergrund seien demnach alte Konflikte innerhalb des ORF. Konkret sprach Rosam erstmals den Namen des langjährigen ORF-Managers Pius Strobl aus.

„Höre Gerüchte, dass es ein Racheakt war“

„Ich höre Gerüchte, dass das ein Racheakt war und alte Rechnungen beglichen werden“, sagte Rosam im Gespräch mit Moderatorin Isabelle Daniel. Dann fügte er hinzu: „Warum sagt man nicht, dass es der Herr Pius Strobl ist?“ Gleichzeitig betonte er, dass Strobl selbstverständlich die Unschuldsvermutung gelte. Strobl könne sich auch selbst öffentlich äußern und klarstellen, dass er nichts mit den Vorwürfen zu tun habe.

Pius Strobl war viele Jahre eine zentrale Figur im ORF. Er fungierte unter anderem als Kommunikationschef des Senders und war später für die Hilfsaktion „Licht ins Dunkel“ verantwortlich. Zudem galt er als einer der zentralen Köpfe hinter dem neuen ORF-Newsroom.

PR-Berater Wolfgang RosamIMAGO/SEPA.Media

Rosam äußerte auch Zweifel am Zeitpunkt der Vorwürfe gegen Weißmann. In wenigen Wochen steht die Wahl des nächsten ORF-Generaldirektors an. Für ihn stelle sich daher die Frage, warum die Vorwürfe gerade jetzt öffentlich geworden seien.

„Warum passiert das nach vier Jahren genau vor dieser hochpolitischen Entscheidung?“, fragte Rosam. Als Gebührenzahler habe er ein Interesse daran, dass Vorgänge im öffentlich-rechtlichen Rundfunk transparent aufgeklärt werden. „Mir passt es nicht, wie hier wieder gemauschelt wird“, so der PR-Berater.